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Mittwoch, 9. Januar 2013

Es liegt ein Hauch von Abschiedsschmerz in der Luft, denn mein Mutterschutz ist vorbei. Unsere Hebamme war vorgestern zum letzten Mal bei uns, und auch zum Gynäkologen muss ich erst wieder in einem halben Jahr zu einem ganz normalen Vorsorgetermin. Aus und vorbei nun also die Schonfrist in der wir bemuttert wurden. Jetzt beginnt der Ernst des Elternlebens.
Aber auch der Spaß! Denn Emilia ist heute schon genau 8 Wochen alt und nimmt Tag für Tag immer mehr von ihrer Umwelt war. Sie teilt sich mittlerweile nicht mehr nur durch bloßes Schreien mit, sondern fängt an Laute wie z.B."grrr", "örrrö" oder "brrww" von sich zu geben. Das Schönste aber ist, dass sie nun endlich alles bewusst angrinst, was annähernd ein Gesicht hat, egal ob Kuscheltier, Holzengelchen am Weihnachtsbaum oder Mama und Papa. Es ist wirklich wunderschön mitzuerleben, wie aus diesem erst völlig hilflosen Bündel ein "richtiger Mensch", eine echte Persönlichkeit wird.

Euch allen übrigens noch nachträglich ein frohes neues Jahr. Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel gut überstanden. Bei uns ging es etwas turbulenter zu. :-)

Auch wenn sie tagsüber ein Sonnenschein ist, das abendliche Schreien unserer kleinen Emilia, das mittlerweile fast schon Normalität geworden ist, war am Silvesterabend besonders schlimm, aber nicht etwa, weil sie sich vor den Raketen und Böllern draußen gefürchtet hätte. Die interessierten sie nämlich nicht die Bohne. Die "Raketen und Böller" in ihrem Bäuchlein hingegen machten ihr mal wieder äußerst schwer zu schaffen. Hinzu kam noch eine große Portion Müdigkeit und eine ordentliche Prise Neugier (man darf ja um sich herum nichts verpassen), und heraus kommt ein 3 1/2 Stunden lang fast ununterbrochen durchschreiendes Baby. Soviel also zum Thema "Geruhsamer Jahreswechsel zu dritt". ;-)

Nichts half, um sie zu beruhigen, nicht einmal Mamas Milchbar, an der sie sonst genüsslich nuckelnd einschläft. Anfangs blieben mein Mann und ich noch ganz entspannt, weil wir das ja bereits kannten. Aber nach einer gewissen Zeit nagt die Lautstärke auch an den zähesten Nerven. Wenn dann auch noch das Kind seinen kompletten Mageninhalt (zumindest gefühlt) Schwall für Schwall wieder erbricht, dann wird einem schon Angst und Bange. Ist sie vielleicht krank? Hat sie sich womöglich einen Infekt eingefangen? Was hat Mama den Tag über gegessen, was sie nun vielleicht über die Muttermilch nicht verträgt? Und schließlich die alles umfassendende Frage: Bin ich als Elternteil einfach unfähig?

Irgendwann rief ich schließlich vor lauter Verzweiflung Frau Nachbarin an. Als sie zu uns kam und das mittlerweile herzerweichend verheulte Kind auf den Arm nahm, dauerte es noch ca. 5 Minuten und Emilia hatte sich beruhigt. Nach einem Wechsel aus Stillen und Schlummern war sie auch endlich so fertig mit der Welt, dass sie fest einschlief und den Jahreswechsel verpennte.
Ihr glaubt gar nicht, was für ein wunderschönes Gefühl das ist, im Schlafzimmer am Fenster zu stehen, das Feuerwerk anzuschauen und hinter sich im Bett ein friedlich schlummerndes Kind liegen zu wissen.
Viertel nach 12 lag Mama dann neben ihrer Tochter und schlief ebenfalls. :-)

Viele Grüße,
Eure verliebte Änny

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Samstag, 8. Dezember 2012

I scream for icecream?

Nach 3 1/2 Wochen mit unserem Schatz ist es mal wieder Zeit, etwas von sich lesen zu lassen. Ganz, ganz langsam kommt so etwas wie Routine in unser Leben zu dritt. Im Normalfall möchte sie noch alle 3 1/2 Stunden gestillt werden, auch nachts. Einige Male hat sie uns nun aber schon mit einer Schlafphase von sage und schreibe 5 Stunden überrascht! :-)

Es gibt aber auch "die anderen Nächte". Gestern Abend ab ca. 19 Uhr gab es plötzlich, nachdem sie bereits eine halbe Stunde geschlafen hatte, das große Geschrei. Die arme Maus war eigentlich totmüde, satt und frisch gewickelt, aber ihr Bäuchlein war voller Luft. Sie krümmte sich regelrecht vor Schmerzen. Alle üblichen Maßnahmen halfen nichts, oder nur kurzfristig. Den Bauch ließ sie sich gar nicht erst massieren, weil sie sich so dermaßen verkrampfte, dass er ihr dadurch nur um so mehr weh tat. Genauso verhielt es sich mit dem Beinchen anhocken und wieder loslassen. Herumtragen in jeglichen Haltungen stoppte zwar kurzfristig Schreien, weil sie sich neugierig umsah, aber schon nach kurzer Zeit fing sie wieder an. Auch ein halbes Kümmelzäpfchen brachte rein gar nichts. Zwischendurch versuchte ich immer mal wieder sie zu stillen. Mal trank sie und beruhigte sich ein wenig, ein anderes Mal schrie sie einfach nur meine Brust an. Also wurde das Kind in den Kinderwagen gepackt und eine halbe Stunde im Dunkeln durch das Wohngebiet geschoben. Sie schlief sofort tief und fest ein, und genau in dem Moment, als wir sie wieder zur Tür hineinschoben, ging alles wieder von vorne los. So wurde sie ausgepackt und nur in der Windel nackig auf Papas nackte Brust gelegt, doch auch das half nichts. Sie ließ sich einfach nicht beruhigen. Schließlich legte ich mich mit ihr ins Elternbett und versuchte sie noch einmal zu stillen. Dieses Mal versuchte ich erst gar nicht beruhigend auf sie einzureden, sondern hielt sie einfach nur im Arm und streichelte sanft ihr Köpfchen. Nachdem sie doch noch einmal kräftig getrunken hatte, schlief sie dann tatsächlich endlich ein, bis sie nach einer Stunde wieder aufwachte, wieder schrie, ich sie wieder anlegte usw. Das Ganze wiederholte sich alle 1-2 Stunden bis ca. 7 Uhr morgens. Erst als es wieder hell wurde und sie sich soweit beruhigt hatte, dass Steffen sie bäuchlings auf seinen Bauch legen konnte, schlief sie noch einmal 2 Stunden und wachte ohne Schreien wieder auf. Was für eine Nacht!

Warum das alles? Was meine Ernährung in Kombination mit dem Stillen betrifft, konnten wir zusammen mit unserer Hebamme bereits alles ausschließen. Ich würde sagen, sie ist einfach ein temperamentvolles Sensibelchen. Gestern Nachmittag waren wir für ca. 3 Stunden bei Nachbars zum Kaffee, und jeder wollte sie natürlich anfassen und bestaunen, bei dieser süßen, kleinen Maus auch kein Wunder ;-) Hinzu kam die neue Umgebung, die ihrerseits bestaunt werden musste, viel Kinderschrei und -getobe und noch mehr fremde Stimmen. Sowas bringt unsere Kleine doch heftiger aus der Fassung, als man meint. Und wenn sie dann einmal so richtig anfängt zu schreien, dann gibt es kein Halten mehr. Dann regt sie sich vermutlich sogar irgendwann einfach nur noch über das eigene Schreien auf. Die Bauchschmerzen sind dann zwar wirklich da, aber vermutlich nur ein Symptom, resultierend aus der Reizüberflutung. Natürlich kann man ein Kind nicht auf Dauer von allem abschotten, aber die nächsten Tage ist bei uns jetzt trotzdem erst einmal wieder viiiel Ruhe und Kuscheln mit Mama und Papa angesagt

Nun ist es bereits 2 Uhr nachmittags und die arme, süße Maus schläft seit 3 Stunden friedlich in ihrer Wiege im Wohnzimmer. Nach dem nächsten Stillen gibt's dann noch mal ein wenig frische Luft beim Spaziergang im Kinderwagen, und dann werden sich auch die erschöften Eltern noch einmal eine Runde mit auf's Ohr hauen - wenn sie uns denn lässt. ;-)

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