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Sonntag, 26. Juli 2015

Unser #WiB - Regen, Sturm und neue Wege


Ein stürmisches, regenreiches Wochenende liegt hinter uns. Aber es gab trotzdem auch viele sonnige Momente - sowohl draußen, als auch für's Gemüt. ;-)

Samstag


Los gings mit gemütlichem Kuscheln zu viert im Elternbett.


Nach dem Aufstehen: der Blick aus unseren Badfenstern. Regenwolken am Horizont.


Nach einem Frühstück - an diesem Tag mal nur mit Tiefkühlbrötchen, weil wir erst so spät aufgestanden waren ;-) - machten das Fleischbärchen und ich uns auf zum Gartentag im Kindergarten. Die Maus konnte spielen, und Mama jätete Unkraut. Währenddessen zogen die dunklen Regenwolken immer ganz knapp schräg an uns vorbei. Ab und an tröpfelte es, aber wir hatte Glück.


Neben der Arbeit musste ich natürlich auch noch ein wenig fotografieren. Soviel Zeit musste dann sein. ;-)


"Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt." Das war das Motto des Rückwegs, denn mein Reifen war platt :-( Wie sich später herausstellte, lag es aber nur am Ventil. Leider hatte ich keine Luftpumpe dabei.


Etwa um Eins waren wir wieder zu Hause. Der Papa Pelz war während unserer Abwesenheit auch nicht faul gewesen und hatte zusammen mit dem Kleinen Ajan den Wochenendeinkauf per Kinderwagen erledigt, Pfandflaschen weggebracht und im Haus gewirbelt. Kurz nach unserer Ankunft, kam dann schließlich doch der Regen. Was ein Glück. Doch Erleichterung von der drückenden Hitze (Kopfschmerzalarm :-/) brachte er zunächst nicht. Und die Schmetterlinge labten sich weiter an unseren beiden Sommerfliedern neben dem Wohnzimmerfenster.


Toben war auf Grund der immer wiederkehrenden Schauer zunächst drinnen angesagt.


Und das Fleischbärchen verschaffte sich noch anderweitig auf sehr kreative Art Beschäftigung. :-)


Und dann wurde es richtig dunkel...


Am Nachmittag hatte es dann endlich abgekühlt und die Luft war deutlich erträglicher. Matschklamotten an und nix wie raus in den Garten. Der Kleine Ajan benutzt das Rutschauto übrigens mittlerweile als Gehhilfe. :-D


Kaffeezeit!


Danach wieder raus in den Garten und noch ein paar Fotos für die Aktion #plantsforblossfeldt der Pinakothek der Moderne machen. 




Dank des fehlenden Mittagsschlafs des Fleischbärchens und reichlich Frischluft für beide Kinder klappte das Ins Bett bringen zum Glück sehr zügig. So konnte ich mich noch ein wenig meinem Blogumzug widmen. An diesem Abend fiel bei Bohnensuppe und Pinkus die Entscheidung: So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Ich trat nur noch auf der Stelle und kam mit den Layoutproblemen nicht weiter. Nicht einmal die liebe "@sys_adm_ama" wusste mehr Rat, und das soll was heißen. Sie ist schließlich Profi! An dieser Stelle trotzdem noch mal ein dickes Dankeschön rüber zu Twitter! ;-)



Sonntag

Auch der zweite Tag dieses Wochenendes begann sehr gemütlich. Nachdem der Kleine Ajan wieder einmal zum Großteil die Nacht im Elternbett verbracht hatte (ich hatte nicht mal mitbekommen, wie der Papa Pelz ihn zu uns geholt hatte :-D), wachte er wie üblich um (schätzungsweise) 6 oder halb 7 auf. Nach viel Gewälze und zunächst einmal Ignorieren von Elternseite ("Noch 5 Minuten...!"), erbarmte sich der Papa Pelz, stand auf, machte eine Flasche die ich dem Kleinen Ajan dann (selbst im Halbschlaf) gab, worauf er noch einmal einschlief. Kurz darauf wurde allerdings das Fleischbärchen wach. Wieder einmal erbarmte sich der Papa Pelz und stand auf. Sohnemann und Mama durften noch eine Runde schlafen, während Papa und Tochter frische Brötchen vom Bäcker holten. Um sage und schreibe 10 Uhr wachte der Kleine Ajan erst wieder auf. ♥♥♥


Frühstück! Nix für Vegetarier, aber sooo lecker! Der Familie einer Freundin gehört eine Schlachterei im Nachbarort.


Das Fleischbärchen hatte natürlich auch an diesem Tag wieder eine kreative Beschäftigungsidee.


Mittag wurde mal wieder vom Papa Pelz gekocht. Spaghetti mit Zucchini Sahnesoße und Speck - eines unserer Leibgerichte, dass wir alle (außer der Kleine Ajan, wobei der sicherlich auch nicht nein sagen würde ;-P) gern und relativ oft essen. Omnomnom!


Am Nachmittag machten wir schließlich einen Ausflug mit den Rädern und dem Kinderanhänger zum zukünftigen Wohnort meiner Schwiegereltern, der nur 20 Radminuten von uns entfernt liegt. Das Tollste daran: der komplette Weg führt durch Naturschutzgebiet und ist autofrei - von Haustür zu Haustür! Und die Szenerie während der Fahrt ist auch nicht zu verachten. ;-)




Zum Abend gabs schließlich noch selbstgemachten Kräuterquark (der pure Quark war aber natürlich gekauft) mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Dieses Mal mit dabei: Schnittlauchzwiebeln (sowas wie Riesenschnittlauch), Liebstöckel (Maggikraut), zweierlei Thymian, Oregano und Rosmarin. Dazu etwas Olivenöl und selbstgemachtes Zitronensalz - fertig!


Und auch, wenn es spät ist, ich geh jetzt noch ein wenig am Blog basteln. Ich darf schon so viel verraten: Ich hab heut ein neues Wordpress-Theme gekauft bzw. ein ganzes "Bundle"! :-)

Liebe Grüße,

 Weitere WiBs findet ihr wie immer bei Susanne von "Geborgen Wachsen".

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Freitag, 10. Juli 2015

Nach der Entscheidung ist vor der Entscheidung





Und dann sitzt du vor deinem Laptop und hattest dir eigentlich vorgenommen, über eine wichtige Entscheidung zu schreiben und dann ist alles weg. Das ganze Gedankenchaos, die bedrückenden Gefühle, die mich seit Tagen gequält haben - weg! Gähnende Leere im Hirn. Totales Blackout. Hat der Selbsterhaltungstrieb da vielleicht einfach mal die Regie übernommen?

Als wir heute Abend vom Elterngespräch in der Kita zurück fuhren, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wir waren mit vielen Fragen hin gefahren, hatten uns mit den beiden Erzieherinnen an eine Tisch gesetzt und hatten auch ein sehr offenes Gespräch. Und doch ist irgendwie nicht das herausgekommen, was ich erwartet hatte. Aber wie auch? Eine Entscheidung können schließlich nur der Papa Pelz und ich gemeinsam fällen. Und es war eigentlich auch schon absehbar, dass er keine tatsächliche Lösung geben wird - nur einen Kompromiss.
Trotzdem hatte ich irgendwie gehofft, dass dieser Abend meine Gedanken etwas sortieren und mich nur in dem Bestätigen würde, was ich sowieso schon zu wissen oder zu fühlen ahnte. Das Gegenteil ist eingetreten, und ich weiß langsam gar nicht mehr, was ich denken und fühlen soll. Vielleicht ist es auch gar keine so gute Idee überhaupt zu bloggen. Aber da draußen im Internetuniversum und auch in der Familie warten einige liebe Menschen, die fest an uns gedacht haben und auf ein Lebenszeichen von uns warten. Falls dieser Blogpost also etwas länger und ziemlich wirr wird, verzeiht mir. Das ist auch der späten Stunde geschuldet. Ja, wir leben noch und unsere kleine Familienwelt wird sich weiter drehen, so viel steht fest. Bin ich nun glücklich und zufrieden? Nein.

Aber vielleicht ist der Grund dafür auch gar nicht nur die "Kita-Frage". Vielleicht liegt das Haupt"problem" auch irgendwo tief in mir drin. Ich habe unglaublich viel gegrübelt in letzter Zeit. Zu viel. Ich habe nachgedacht über die Beziehung zu meinen beiden aufmerksamen, klugen, wundervollen Kindern und habe wieder einmal fest gestellt, dass da einiges ist, was mich innerlich zerreißt. Die Tatsache, dass unsere Große fast immer ängstlich ist und viel schreit und weint, von ganz klein auf, der Kleine sich hingegen fast immer fröhlich, neugierig und fast schon draufgängerisch benimmt. Und wenn ich mir dann die beiden Schwangerschaften und Geburten ansehe, gibt es da nicht vielleicht doch einen Zusammenhang?

Das nagende "Warum?"


Die Schwangerschaft unseres zweiten Kindes war ein Spaziergang. Mir ging es blendend bis zum Schluss. Während alle um mich herum ab spätestens eine Woche von dem Geburtstermin immer schon nervös und mitleidig nachfragten: "Na? Hältst du es noch durch? So langsam kann es auf die Welt kommen, oder?" dachte ich nur: "Nö, wieso? Solange es meinem Krümelchen da drin gut geht und es nicht herauskommen mag, soll es doch drin bleiben. Würd ich auch machen. Allein schon, um den vielen Fragen zu entkommen. Das wird schon kein Elefantenbaby werden. Und mal abgesehn davon: es ging mir nie besser!"

Bei der Großen hingegen war es anders. Zu aller erst war es die erste Schwangerschaft. Da ist alles neu und ich war verdammt unsicher. (OMG hatte ich Angst, täglich!) Dann kam Stress im Job hinzu. Mein Frauenarzt erteilte mir ein Beschäftigungsverbot. Doch das Gefühl, die einzige mit mir zusammen angestellte Kollegin im Betrieb im Stich zu lassen, wurmte mich immer noch. Gegen Ende der Schwangerschaft bekam ich zusehends schmerzhafte Wassereinlagerungen und fühlte mich überhaupt nicht mehr wohl in meiner Haut. Wenn ich mich (mit meinen 30kg mehr) morgens im Spiegel betrachtete, sah ich da eine andere Person, aber nicht mich. Dann ständig diese Selbstzweifel: "Werde ich eine gute Mutter sein? Schaffe ich das alles überhaupt? Wenn ich jetzt schon so herum jammere, was wird dann erst sein, wenn das Kind da ist!?" Ja, Phasen des Selbstzweifels hatte ich auch in der Schwangerschaft mit dem Kleinen Ajan. Auch da weinte ich mir gelegentlich völlig Hormon geflutet die Augen aus, aber es war trotzdem irgendwie anders. Es fühlte sich nicht so dauerhaft beängstigend an.
Ich weiß nicht, ob mir da mein Gehirn vielleicht auch einen Streich spielt und im Nachhinein die zweite Schwangerschaft rosaroter und die erste schwärzer darstellt, als das tatsächlich der Fall war. Sicherlich verschwimmt auch vieles im Laufe kürzester Zeit. Aber der Grundtenor dieser beiden Lebensphasen, der bleibt doch meist trotzdem irgendwie haften.

Der krassesten Gegensatz waren die Geburten. Wie Himmel und Hölle! Bei der Großen musste eingeleitet werden. Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung). Nach 2 Tagen schmerzhafter Dauerwehen, und schlechter ärztlicher Beratung (eigentlich gar keiner Beratung sondern nur Verängstigung) geriet ich an eine megaresolute Hebamme, die zum Schluss ohne zu Fragen und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, kurzerhand die Nabelschnur selbst durchschnitt. Den Rest muss und möchte ich gar nicht mehr erzählen. In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt hatte ich dieses ganze Erlebnis zwar auch schon als schreiende Ungerechtigkeit empfunden, aber so ganz langsam dringt es jetzt erst zu mir durch, dass da doch mehr kaputt gegangen ist, als ich je zu vermuten gewagt hatte. Ich merke, dass ich innnerlich immer noch zögere, dieses Wort auszusprechen bzw. niedezuschreiben, weil ich denke: Bei anderen ist doch viel Schlimmeres passiert. Und doch ist es wie es ist: ein Geburtstrauma.

Zur Geburt des Kleine Ajan brauche ich eigentlich nicht viel sagen. Den ausführlichen Bericht hatte ich euch ja hier schon mal gepostet. Es war das beste, was ich bis dato jemals erlebt hatte. Diesen höchst sensiblen Ablauf der Geburt, den der Körper eigentlich ganz von alleine meistert, wenn man ihn nur lässt, und wenn man nicht hereinpfuscht oder versucht zu "verschlimmbessern", der lief bei mir wie im Bilderbuch ab. Ich konnte ganz gelassen dabei zusehen, wie mein Körper mein Baby gebar. Einfach nur abgefahren! Und trotzdem lief nicht alles perfekt. Aber der unperfekte Moment des Eingreifenwollens der Hebammen, wendete sich so sehr zum Guten, dass dadurch die Bindung zu meinem gerade auf die Welt kommenden Baby nur noch mehr gefestigt wurde.

Und dann war da auch noch die Zeit nach der Geburt. Und wieder sage ich: Ja, ich weiß, das erste Kind ist eine ganz andere Herausforderung, v.a. wenn man wie ich zuvor praktisch keinerlei Erfahrung mit Babys hatte. Aber auch hier ist es ähnlich wie mit den Schwangerschaften und den beiden Geburten. Im Nachhinein merke ich: Beim Fleischbärchen war etwas so, wie es nicht hätte sein sollen. Nach der anstrengen Geburt musste ich noch tagelang im Krankenhaus bleiben, zum Glück zusammen mit dem Papa Pelz. Aber auch hier geriet ich irgendwie immer an die falschen Personen oder es kümmerte sich schlichtweg keiner. Auch hier werde ich nicht ins Detail gehen, denn das ist ein Thema, mit dem ich vermutlich eine ganze Blogreihe füllen könnte. ;-)

Jedes Kind ist anders, natürlich. Aber es gibt Kinder, die "laufen so nebenher" und es gibt unser Fleischbärchen. Ja, ich weiß, eigentlich ein furchtbarer Spitzname. Ich habe mich darüber ja auch schon in meiner Bio ausgelassen und erklärt, wie dieser Name zustande kam. Ich ertappe mich sogar gelegentlich bei dem Gedanken daran, ihn doch noch mal hier zu ändern. (Was meint ihr eigentlich dazu?) Aber was hier so rustikal herüber kommt, ist eigentlich ein Kind mit einer unglaublich sensiblen Seele. Mit ihren gerade mal 2 1/2 Jahren haut sie mich jedes Mal vom Hocker, wenn wir gemeinsam Bilderbücher ansehen und sie plötzlich ganz leise und nachdenklich so etwas sagt wie: "Die Kuh ist traurig!" Welche Kuh denn? Traurig? Und dann betrachte ich das Bild genauer und sehe eine Kuh mit einem Kälbchen auf einer Weide. Eine naiv gemaltes Bild, fast schon kitschig. Die Mutterkuh steht im Hintergrund, ihr Kind beugt sich hinunter zu einem anmutig durch das Bild plätschernden Bächlein, um zu trinken. Und ich betrachte die Augen und das Maul dieser Kuh und denke: "Sie hat recht!" Sie guckt natürlich nicht wie das heulende Elend, aber es ist eine Art Mona-Lisa-Blick, nur umgekehrt - traurig eben. Und dieses kleine Wesen, dass mir für eine Zeit lang auf meinem Lebenswege überantwortet wurde und mir die Welt aus einer ganz anderen Perspektive zeigt (wer hat hier eigentlich die Verantwortung für wen?), dass eigentlich in ihrem Alter und vom Stand ihrer psychologischen Entwicklung noch gar nicht empathiefähig sein kann, belehrt mich eines Besseren.

Das sind die schönen, berührenden Momente. Und dann gibt es die, wo ich einfach nur gerne weglaufen und mich für eine Stunde irgendwie verstecken würde. Dann, wenn das Kind abends anderthalb Stunden aus Leibeskräften völlig übermüdet immer wieder in ihrem Gitterbett stehend teils bis zum Erbrechen schreit, wütend um sich schlägt, mich selbst bei dem Versuch, sie in den Arm zu nehmen, um sie vor Selbstverletzungen zu schützen und ihr zu zeigen, dass ich für sie da bin, schlägt und tritt. Wenn sie vor "Allem" panische Angst hat: vor der Hupe des Bobbycars, dem Geräusch der Legoeisenbahn, der Blattlaus, die gerade vor ihr über die Rutsche krabbelt... Dann frage ich mich: Ist das "normal"?




 Weder mein Mann noch ich waren als Kind so. Wir waren hingegen laut Beschreibung unserer Eltern, dem Kleinen Ajan ziemlich ähnlich. Eben ganz "normal". Was stimmt da nicht? Hat da vielleicht auch die nicht gerade unkomplizierte Schwangerschaft schon etwas vorgeprägt? Hätte ich innerlich gelassener und ruhiger sein müssen, damit ich mein ungeborenes Baby vor den Stresshormone schütze? War die Geburt (mit) schuld? Und dann denke ich wieder: "Du hast doch einen an der Waffel! Niemand ist schuld! Und was bitte ist denn schon "normal"? Und v.a. allem was ist nicht normal?" Eine Norm ist schließlich nur das, was die Gesellschaft daraus gemacht hat. Kein Kind ist normal, wenn man es genau betrachtet. Denn genauso, wie es keine perfekten Erwachsenen gibt, gibt es auch keine perfekten Bilderbuchkinder.
Ich versuche jeden Tag, meine Große als ein ganz besonderes Geschenk zu sehen. Und doch treibt sie mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns. Aber auch da ist die Frage: Was war zuerst? Die Wut des Kindes, oder die innere Unsicherheit der Mama/ der Eltern? Ein so sensibles Kind spürt all diese feinen Schwingungen. Das tat sie schon von klein auf.

Was war zuerst: Stress oder Kita?


Und nun komme ich doch noch zum dem Thema, über das ich eigentlich schreiben wollte, nämlich der Frage, ob die Kita nun der richtige oder falsche Weg für unsere Tochter ist.
Ich gebe zu, ich hatte und habe auch immer noch ein wenig Schwierigkeiten, den Erzieherinnen in Emilias Kita voll zu vertrauen. Es ist eben auch eine sehr heikle Situation. Ich vertraue ihnen, eigentlich fremden Personen, mein Kind an, meinen wertvollsten Schatz. Aber nach diesem Gespräch wurde das Vertrauen definitiv gestärkt. So, wie die nun noch verbleibenden Betreuerin in Fleischbärchens Gruppe (die Zweite hat ja leider morgen ihren letzten Tag dort) die Situation des täglichen Miteinanders beschrieb, glaube ich ihr, wenn sie sagt: "Ihre Tochter fühlt sich bei uns wohl." Und trotz der ganze Unsicherheit drumherum denke ich mir das nicht nur, um mein Gewissen zu beruhigen. Nein, ich fühle es. Das einzige, was mir eben noch zu Denken gibt, ist der morgendliche Abschied und die Art und Weise, wie sie zuhause über die Kita spricht. Das passt so gar nicht zusammen. Auf der eine Seite ist das mein Kind, dass am Sonntag bereits nachfragt: "Morgen geht's nich in den Kindagartn?" Auf meine Antwort: "Morgen ist Montag, dann fängt wieder eine neue Woche an und es ist auch wieder Kindergarten." bekomme ich fast immer ein aufheulendes "Naaaain, ich will nich in den Kindagaaatn". Und dann das morgendliche Verabschiedungsdrama, bei dem sie sich überhaupt nicht von mir trennen möchte.
Und dann ist da ein Kind, das, sobald Mama einigen Minuten weg ist, wirklich fröhlich und aufgeschlossen ist und in ihrem zarten Alter schon einen besten Freund hat, mit dem sie fast ausschließlich gemeinsam spielt, sodass sogar die Erzieherinnen von dieser "Zwergenfreundschaft" verblüfft sind.
Etwas, dass ich bisher nämlich noch völlig außer Acht gelassen hatte, war die Tatsache, dass sie ja mittlerweile vielleicht schon richtige Freundschaften geschlossen haben könnte. Und würde ich jetzt darüber hinwegsehen und sagen: "Ach was, die wird schon wieder neue Freunde finden, die ist ja noch so klein." Wäre diese achtlose Bevormundung, dieses Herausreißen aus einer nun nach 9 Monaten doch gewohnten Umgebung nicht ebenso schlimm, wie der Gedanke, dass sie durch diese Umgebung überfordert sein könnte? Und wer ist denn hier eigentlich überhaupt überfordert? Bin das vielleicht nur ich und mein Kind spiegelt lediglich meine Emotionen?

Die Zukunft bleibt ungewiss


Ja, wir haben eine Entscheidung getroffen, zumindest eine vorläufige. Diese wurde nicht nur von Überlegungen beeinflusst, wie z.B.:
- Wenn wir sie jetzt herausnehmen, werden wir vermutlich zum Ende meiner Elternzeit weder für sie noch für den kleinen Ajan einen Platz bekommen, was das weitere Auf-Eis-Legen der Ausübung meines Berufes bedeuten würde.
- Eine andere, individuellere Betreuung, beispielsweise durch eine Tagesmutter oder Kleinstkita, ist in unserem Ort auf Grund der unglaublich hohe Nachfrage an Betreuungplätzen und elendlangen Wartelisten quasi ausgeschlossen.
- Ein Wechsel bereits ab September in den Elementarbereich (vor dieser Wahl standen wir vor einem Monat), um den erneuten Betreuungswechsel zusätzlich zur Umgebungsveränderung in einem Jahr zu vermeiden, ist nun nicht mehr möglich, da alle Plätze bereits vergeben sind.


Unsere Tochter wird erst einmal in der Kita bleiben. Allerdings werde ich sie von nun an schon täglich früher abholen. Ob das dann alles so auf Dauer in der Praxis funktionieren wird, muss sich im Laufe der nächsten Monate zeigen. Ja, Monate. Denn ab kommender Woche steht ja erst einmal ein Personalwechsel Betreuung an. Auch wenn eine ihrer Kindergärtnerinnen dann immer noch die ihr vertraute Person sein wird, an die andere wird sie sich natürlich erst gewöhnen müssen. Das wiederum verändert die Situation. Anschließend wird die Kita ab August für drei Wochen in Sommerpause gehen. Ich werde sie dann also sowieso erst einmal wieder zu Hause betreuen. Danach werden wir vermutlich noch einmal "von vorne" anfangen müssen. Ob das frühere Abholen am Nachmittag also wirklich einen Mehrwert für uns alle hat, oder ob es nicht doch sinnvoller ist, sie ganz aus der Kita zu nehmen, weil sich nichts verändert hat oder es gar noch schlimmer geworden ist, kann nicht von heute auf morgen und hier und jetzt festgemacht werden.



Was aber definitiv festgemacht werden muss, ist eine Änderung vieler Gewohnheiten zu Hause. Das fängt bei der besser organisierten Erledigung von Haushaltsaufgaben an und endet mit der Mittagsschlafszeit des Kleinen Ajan. Aber das ist ein Thema, über welches ich ein anderes Mal schreiben werde, wenn ich nicht mehr ganz so müde bin, wie das jetzt der Fall ist.
In diesem Sinne, gute Nacht!

Liebe Grüße,


Auf dem Weg vom Gespräch nach Hause: Dunkle Wolken, ein wenig blauer Himmel und ein Stück vom Regenbogen.


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Mittwoch, 1. Juli 2015

Emotionskarussell - Wenn die (Mutter)Gefühle sich im Kreis drehen



Ich hätte euch sehr gerne mal wieder leichte Kost geboten, z.B. einen Beitrag über das, was ich Mittwochs mag. Das habe ich gestern leider verpasst. Oder aber den nächsten Bericht über einen weiteren Urlaubstag. Doch dieser Blogpost ist längst überfällig. Gestern Morgen gab es den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und mich zum Schreiben veranlasste. Der Tropfen war eine Träne, denn der Abschied in der Kita war einer von der Sorte, nach dem ich am liebsten mein Kind wieder mitgenommen hätte. Sie wollte partout nicht in ihre Gruppe, sondern bei mir bleiben. Ich fühlte mich, wie die rabigste aller Rabenmütter, als mein Kind "Maaaamaaaa, Maaaamaaa!" auf dem Arm der Erzieherin flehte und die Tür sich schloss.

Seit fast 8 Monaten geht unser Fleischbärchen nun in die Kita. Der Anfang war sehr schwer - für uns alle. Die ersten Wochen, ja sogar Monate, war ich oft der Verzweiflung nahe und fragte mich ständig, ob mein doch so sensibles Kind überhaupt "der Typ" dafür sei, oder nicht zu Hause besser aufgehoben wäre. Hinzu kam, dass einen Monat zuvor ihr kleiner Bruder auf die Welt kam. Eigentlich sollte einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin die Eingewöhnung beginnen. Wir entschlossen uns, noch einen Monat zu warten, damit sie Zeit mit uns und ihrem neuen Brüderchen verbringen konnte und nicht der Eindruck entstand, dass sie jetzt abschoben oder gar ersetzt würde. Ideal war das trotzdem nicht. Ich hätte sie gerne schon ein paar Monate früher "eingewöhnt", denn dann wäre ich nicht in der Wochenbettzeit gewesen und der zeitliche Zusammenhang zur Geburt ihres Bruders wäre überhaupt nicht da gewesen.

Vor dem Holland-Urlaub vorletzte Woche war Monate lang alles "O.K.". Zwar wollte sie morgens regelmäßig immer noch nicht in die Kita, sondern lieber zuhause bleiben, aber wenn wir dann einmal da waren und der Papa oder ich ihr die Jacke ausgezogen und die Schuhe gewechselt hatten, rannte sie immer schon selbst los, fiel ihren Erzieherinnen um den Hals, kam dann noch mal zurück um uns zum Abschied zu umarmen, um sich dann direkt dem Spiel mit den anderen Kindern zu widmen.
Doch nun ist sie wieder einmal da, dieselbe Situation wie ganz zu Anfang. Und stellt sich mir zum wiederholten, x-ten Mal die Frage: Ist es richtig und gut, dass sie in die Kita geht?

Warum ich sie in dieser harten Anfangszeit nicht sofort wieder aus der Kita nahm, wenn mich diese Gefühle plagten? Ganz einfach, weil ich auch nur ein Mensch bin, mich von den Ratschlägen anderer beeinflussen lasse und manchmal einfach nicht weiß, was ich tun soll und was richtig oder falsch ist. Und auch, wenn die Blogparade von Alu schon lange vorbei ist, dies scheint gerade meine ganz persönliche "Geschichte vom Scheitern" zu sein.


In der Zwickmühle


Ich war hin- und hergerissen und bin es immer noch. Ich hörte viele, viele Meinungen dazu - gefragt und ungefragt.

Für eine gute Freundin und Nachbarin, die selbst vier Kinder hat, wäre die Sache klar gewesen: "Entweder weniger Stunden in der Kita, oder ganz heraus nehmen." Sie ist der Meinung, dass Kinder bis zum Kindergarten zu ihren Müttern/Vätern gehören, solange nicht die finanzielle Existenz der Familie bedroht ist. Letzteres wäre bei uns ja nicht der Fall, da ich sowieso noch nicht wieder arbeiten gehen, sondern in Elternzeit und damit zu Hause bin.

Dann ist da noch die Familienseite meines Mannes und der Papa Pelz selbst. Er kommt aus den neuen Bundesländern, in denen auch heutzutage der Besuch einer Krippe bei den meisten Familien etwas ganz Normales ist, denn schließlich sollen Kinder auch soziale Kontakte knüpfen und lernen, wie man sich in eine Gruppe integriert.
Mein Mann sieht das ebenfalls vergleichsweise gelassen. Es macht ihn zwar auch nachdenklich, was der Grund für ihr Verhalten sein könnte, aber er ist dennoch überzeugt, dass es richtig ist, dass sie in die Kita geht.

Wen ich explizit um Rat fragte, waren die Erzieherinnen in Fleischbärchens Gruppe. Sie meinten, dass es ganz normal sei, dass sich Kinder anfangs schwer von ihren Eltern trennen können, ich mir aber keine Sorgen machen solle. Das würde sich von selbst geben und würde den Kindern auch nicht schaden. Ich bin mit unserer Kita, der Kommunikation mit den Eltern, der Atmosphäre dort und den wirklich sehr herzlichen, liebevollen Erzieherinnen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Doch diese stecken ja quasi mit in der Situation und eine Kita ist auch immer ein Unternehmen, dass sich wirtschaftlich tragen muss. Inwieweit kann ich der Richtigkeit dieser Aussage also vertrauen? Gibt es überhaupt ein richtig oder falsch?

Irgendwo dazwischen stehe ich also, und ich weiß einfach nicht, wie ich entscheiden soll. Wenn es nach dem Papa Pelz geht, soll sie bleiben, allein schon, damit ich tagsüber mit dem Kleinen Ajan entlastet bin. Und dann denke ich mir wieder: Aber andere schaffen es doch auch! Was sind schon zwei Kinder? Andere haben drei oder vier und manche sind dabei sogar noch voll beruftstätig.
Ist eine Herzensentscheidung immer die Richtige? Muss man nicht auch mal Dinge tun, die im Moment vielleicht unbequem, aber langfristig für alle Beteiligten besser sind?


Der Faktencheck


Manchmal helfen ja Pro- und Contra-Listen. Was sind also die positiven Seiten daran, dem Fleischbärchen die Kita zu ermöglichen:

Pro Kita:

  • "Soziale Kontakte" - Sie hat schon früh einen Freundeskreis mit Gleichaltrigen und außerdem zusätzliche Bezugspersonen und ein soziales Umfeld außerhalb der Familie. Ich habe mal gelesen, dass Kindern, die schon von klein auf nicht nur eine einzige sondern mehrere enge Bezugspersonen haben, sich auch später im Leben leichter zurechtfinden. (Ob das stimmt, sei nun mal dahingestellt.)
  • "Pädagogisch wertvolle Beschäftigung" - Eine Kita bietet ganz andere Möglichkeiten. Zuhause ist auch einfach mal "nichts los", weil ich mich um den Haushalt oder den Kleinen Ajan kümmern muss. Das muss ja auch gar nicht sein, aber Fakt ist, in der Kita wird es nie langweilig.
  • "Der Kitaplatz ist uns sicher." - In unserem Ort war und ist es ganz und gar nicht einfach, einen Betreuungsplatz zu bekommen. Zwar haben wir viele Kitas, aber es gibt ebene auch viele Kinder. Tendenz: täglich steigend. In unserer Wunschkita war schon trotz Anmeldung 2 Tage nach der Geburt des Fleischbärchens kein Platz ab dem 2. Geburtstag zu bekommen - also zwei Jahre nach der Anmeldung! Wir mussten ausweichen. Nun geht sie in eine Kita, die ganz auf der anderen Seite des Ortes liegt. Würden wir den Platz aufgeben, und würde ich nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen, so ginge die Suche und das Betteln erneut los. Und nicht nur das, auch der Kleine Ajan müsste ja irgendwo untergebracht werden. Bleibt sie in der Kita, bekommt ihr kleiner Bruder hingegen dort bevorzugt einen Platz. Angemeldet ist er jedenfalls schon für März 2016, wenn er 18 Monate alt ist.
  • "Zeit für die ganz normalen Erledigungen des Alltags" - Ein Haus und ein großer Garten pflegen sich nicht von alleine. Und wenn die Große da ist, wird das Ausräumen der Spülmaschine schon zur Geduldsprobe, weil sie natürlich helfen will, dies aber bei vielem allein schon auf Grund ihrer überschaubaren Bauhöhe nicht geht. Und manchmal gehen mir dann auch einfach die Ideen aus, wie ich sie in die Hausarbeit mit einbeziehen kann. Manchmal muss es auch einfach schnell gehen.
  • "Zeit für mich selbst und das Bloggen" - Zur Zeit bin ich ehrlich gesagt heilfroh, wenn die Kinder abends endlich im Bett sind. Die Große steckt voll in der Autonomiephase und macht auch sonst entwicklungstechnisch einiges durch, wie zum Beispiel das Trocken werden, über das ich vorgestern erst bloggte. Und dann kommt hinzu, dass sie schon von klein auf ihren Unmut in einer unglaublichen Lautstärke und mit einer Vehemenz zum Ausdruck bringt, dass bald die Gläser im Küchenschrank zerspringen. Besonders das Ins-Bett-Bringen ist, seit sie dem Osterhasen ihre Schnuller überlassen hat, ein Horror, und zwar für alle Familienmitglieder. Jeden Abend versuche ich erneut, gelassen und mit viel Einfühlungsvermögen an die Sache heranzugehen, weil ich weiß, dass es nichts bringt, sich darüber aufzuregen, wenn sie nicht schlafen will. Aber jedes Mal schafft sie es nach spätestens einer Stunde, dass aus der Goodmom dann doch noch die Badmom wird, die vor lauter Verzweiflung und als letzten Ausweg nun nur noch den Griff in die Konsequenzen-Kiste sieht. Eigentlich will ich gar nicht so erziehen. Ich wäre gerne die Mama, die sich in ihre Kinder hinein versetzt und zu verstehen versucht, was sie freut, wütend oder traurig macht und darauf dann entsprechend reagiert. Ja, ich weiß, da winkt die Perfektionismusfalle. Ich bin mir im Klaren, dass das nicht immer geht. Aber an solchen Abenden ist es besonders frustrierend, aufgeben zu müssen, weil man einfach keine Kraft mehr hat. Hättet ihr mich vor 2 Monaten gefragt, ob unsere "Familienplanung" abgeschlossen ist, ich hätte diese Frage klar verneint. Nun würde ich dafür zwar auch noch nicht meine Hand ins Feuer legen, aber zur Zeit würde ich nicht mal auch nur daran denken, ein weiteres Kind zu bekommen.
  • "Zeit und Ruhe für den Kleinen Ajan" - Letzterer kommt an den Wochenenden, wenn die Große zuhause ist, oft sehr kurz. Zum Glück ist er ein wirklich pflegeleichtes, fröhliches Baby, das leicht zufrieden zu stellen ist und sich auch schon mit seinen gerade mal 9 Monaten viel durch Entdeckungstouren durchs Wohnzimmer alleine beschäftigen kann. Das ist toll und wichtig, und mir ist auch klar, dass seine Erziehung nicht mehr annähernd so fokussiert ablaufen kann, wie die des ersten Kindes. Andererseits möchte ich ihm aber trotzdem auch ein Stück der ungeteilten Aufmerksamkeit schenken, die seine Schwester genossen hat. Als der kleine Bruder noch nicht da war, konnte sie sich übrigens ebenfalls problemlos bis zu eine Stunde alleine beschäftigen. ;-)


Kommen wir nun zur anderen Seite:

Contra Kita:

  • "Ein Kind gehört in den ersten Lebensjahren zur Mutter/zum Vater" - Dies ist das Argument, dass am schwerwiegendsten an meinem Gewissen nagt. Dass meine Tochter sehr sensibel ist und extrem feine Antennen für das hat, was um sie herum passiert oder sich verändert, habe ich ja bereits erzählt. Zudem habe ich gerade jetzt wieder das Gefühl, dass sie mich wieder häufiger braucht, weil sie einfach so viel Neues lernt und sie das sicherlich auch verunsichert. Wenn sie zuhause ist, klammert sie sehr. Papa ist zur Zeit out.
  • "Überfordere ich mein Kind?" - In einer Kita ist es relativ laut, und unsere Maus hasst laute Geräusche. Sie hat regelrecht Panik davor. Monatelang wollte sie von ihrem neuen Bobbycar nichts wissen, weil sie Angst vor der Hupe hatte. Sie empfand sie schlichtweg als laut und hielt sich schreiend und weinend die Ohren zu. Wie muss das dann erst in einer Kita sein? Zum Glück sind in ihrer Krippengruppe nur insg. 10 Kinder, aber auch die können sicherlich schon einen gehörigen Lärm machen.
  • "Die Kosten" - Ein Krippenplatz kostet viel, viel Geld, besonders in Niedersachsen. Bei uns kommen pro Monat für ein Kind inkl. Essensgeld über 400 Euro 450 Euro zusammen. (Nachträglich korrigiert am 03.07.15. Hab noch mal nachgeschaut. ;-))
  • "Ich gehe nicht arbeiten, wozu dann eine Betreuung?" - Andere schaffen das auch ohne. Wir hatten Thema das schon. Viel mehr ist dazu ja auch eigentlich nicht zu sagen. ;-)
  • "Mittagsschlaf - ja oder nein?" - Wir sind gerade an dem Punkt angelangt, wo wir überlegen, den Mittagsschlaf an den Wochenenden ausfallen zu lassen. Im Urlaub haben wir nämlich festgestellt, dass das zwar schwierig ist, aber es klappt. Da sie abends dann richtig müde ist, entfällt allerdings erfreulicherweise das Theater. Nun sollte sie aber noch ein weiteres Jahr in der Krippengruppe bleiben, weil die Erzieherinnen der Ansicht waren, dass sie noch nicht bereits ist, in die Elementargruppe zu wechseln. Würde sie hingegen doch im September in die große Gruppe wechseln, wäre die Übergangszeit sicher erst mal sehr hart. Deutlich mehr Kinder und dann auch noch kein Mittagsschlaf. Schließlich ist das Wachbleiben im Urlaub mit Mama und Papa immer noch war anderes als im Kindergartenalltag. Wäre sie zuhause, hätte sich dieses Problem erledigt. Sie würde einfach wach bleiben und abends früher ins Bett gehen.
  • "Personalwechsel in der Kita" - Eine Situation, die für uns gefühlt die Karten völlig neu gemischt hat, ist die Kündigung einer ihrer beiden Erzieherinnen. Das Fleischbärchen mag beide wirklich sehr gern, aber geht nun die eine weg (sie hat eine Stelle in Dubai ergattert, die ich ihr auch von Herzen gönne), muss sie sich erst einmal wieder an eine neue Person gewöhnen, um dann ein Jahr drauf noch einmal einen Wechsel in eine völlig andere Umgebung mit komplett neuen Erziehern durchzumachen. Wir hatten jetzt erst letzte Woche die Situation, dass besagte Erzieherin im Urlaub war. Eine Praktikantin half stattdessen aus, und unsere Maus hatte furchtbare Angst vor ihr. Sogar, wenn der Papa sie morgens zur Kita brachte, gab es viele Tränen.

"Hast du Luxusprobleme, oder was?"


Ganz ehrlich? Wenn man es so sehen will, ja, die habe ich wohl!
Manchmal wünschte ich, ich müsste einfach arbeiten gehen. Dann würde sich diese Frage nach "Soll das Kind in die Kita oder nicht" überhaupt nicht stellen. Dann wäre das einfach so und fertig. Und nebenbei gäbe es für die Arbeit, die ich mache, auch noch eine monetäre Anerkennung, denn auch, wenn dieses Vorurteil in unserer heutigen Zeit immer noch sehr verbreitet ist, ich sitze nicht nur den ganze Tag zuhause oder im Café und trinke Latte Macchiato.


Natürlich würde die Arbeitswelt da draußen auch wieder andere, teils sogar größere Probleme mit sich bringen (#Vereinbarkeit ist ja grad in aller Munde bzw. Blogs). Aber ich müsste mir nicht vorwerfen lassen, dass Kind unnötig abzuschieben. Es wäre nicht meine freie Entscheidung, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Andererseits war für mich immer klar, dass ich mindestens das erste Jahr nach der Geburt auf jeden Fall zuhause bleiben werden, und genau in diesem Jahr befinde ich mich auch noch.

Ich habe lange gezögert, überhaupt über dieses Thema zu schreiben, weil ich auch ein wenig Angst vor den negativen Reaktionen habe. "Die Frau sollte sich mal andere Lebenssituationen ansehen. Die, mit ihrer tollen kleinen Familie, ihrem schönen Haus und Garten, hat einfach nicht das Recht so zu jammern!" Aber es belastet mich zur Zeit einfach so sehr, dass ich oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Es hängen eben auch so viele Faktoren damit zusammen bzw. davon ab.

Als Mutter (und Vater) trifft man tagtäglich so unglaublich viele, oft auch nur unwichtige Entscheidungen, aber man ist ständig gefragt und gefordert. Es gibt keinen Urlaub. Nie! Selbst wenn die Kinder schlafen, bist du immer auf Abruf. Selbst, wenn du mit einer Freundin abends ins Kino gehst und der Papa sich zuhause kümmert (und er kümmert sich wirklich sehr und hilft, wo er nur kann!), so kann es immer vorkommen, dass du doch noch mitten im Film nach Hause musste, weil eines der Kinder sich z.B. nicht beruhigen lässt und ausschließlich nach Mama verlangt. Zur Zeit haben wir wieder solch eine ganz intensive Phase. Wie gerne würde ich einfach nur mal wieder jemanden um Rat fragen und ein Rezept befolgen. Für Kinder gibt es keine Rezepte, und genau das lastet auf meinen Schultern wie ein tonnenschwerer Felsbrocken. Noch kann ich ihn stemmen, aber wenn ich nicht aufpasse, breche ich irgendwann unter der Last zusammen.

Und nun? Lösungsansätze - oder zumindest ein Versuch

Ich sage es gleich, ich weiß nicht, auf welche Klippe wir da zusteuern, oder ob wir bald wieder aus dem Nebel herausfinden. Ich habe nur eine dumpfe Ahnung. Müsste ich ganz impulsiv nur nach meinem Gefühl entscheiden und würde ich alle Bedenken über die Zukunft außer Acht lassen, ich würde sie direkt abmelden.
Einen Versuch, auf den ich es jetzt erst einmal ankommen lassen will, ist eine Reduzierung der Betreuungsstunden. Finanziell wird uns das nebenbei bemerkt gar nichts bringen. Derzeit hole ich sie erst nachmittags nach dem Snack ab, wenn der Kleine Ajan seinen Mittagsschlaf gemacht hat. Selbst wenn ich sie schon Mittags abholen würde, müssten wir immer noch den Höchstbetrag zahlen. Die emotionale Situation mal gedanklich beiseite geschoben: finanziell ist das schon irgendwie ein bisschen gemein. Und dann ist da auch noch die Hin- und Rückfahrt. Insgesamt kommen da pro Tag mit An- und Ausziehen und der reinen Fahrzeit zusammengerechnet über eine Stunde heraus. Würde ich sie also jeden Tag nach dem Mittagessen abholen, wäre alles stressiger, als wenn sie gleich zuhause bleiben würde. Auf jeden Fall habe ich mir jetzt vorgenommen, sie zumindest an 2 Tage in der Woche schon vor dem Mittagsschlaf abzuholen. Ja, dafür muss ich definitiv meine Prioritäten anders setzen. Da ist definitiv noch viel Spiel, denn ich gestehe, Zeitmanagement ist nicht meine große Stärke. Ein wöchentlicher Haushaltsplan wäre z.B. ein Anfang.
Außerdem werden wir noch einmal das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen. Kommende Woche Donnerstag haben wir bereits einen Termin. Mal sehen, wie sich die Geschichte dann entwickeln wird. Gescheitert ist sie für mich zwar schon, aber ich habe ich die Hoffnung auf ein Happy End - wie immer das auch aussehen mag - trotz allem noch nicht aufgegeben.

Liebe Grüße,



Nachtrag: Mittlerweile hat auch der Papa Pelz aufgeschrieben, was er darüber fühlt und denkt.
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Freitag, 12. Juni 2015

12 von 12 im Juni - Sommerfest im Kindergarten



Unglaublich, aber wahr. Ein Monat ist schon wieder vergangen, seit ich das erste Mal bei der Aktion "12 von 12" vom Blog "Draußen nur Kännchen" mitgemacht habe. Und vor allem bedeutet das, dass auch der Juni schon bereits zur Hälfte wieder um ist. Da wartet man Monate lang auf den Sommer und denkt die ganze Zeit: "Das dauert noch sooo lange!" Und dann ist er da. Und ehe man sich versieht, ist er auch schon wieder vorbei. Also liebe Leute, genießt den Sommer. Hier. Jetzt. Es wird diesen wunderschönen Juni 2015 nur ein einziges Mal geben.

Unser Zwöfter des Monats begann zu dritt. Der Papa Pelz war bereits früh morgens zur Arbeit gefahren. Das Fleischbärchen durfte heute zuhause bleiben, weil in der Kita die Vorbereitungen für das jährliche Sommerfest liefen und die Erzieherinnen ganz dankbar waren, während der Aufbauarbeiten, ein Kind weniger betreuen zu müssen. Also ging es erst mal zusammen mit Fahrrad und Anhänger zum Einkaufen.




Nach einem sehr kurzen Mittagessen und irgendwie (mal wieder) viel Gejammere und Tränen ging es bereits pünktlich um 12 ins Bett. Das Fleischbärchen war aus unerfindlichen Gründen hundemüde, und sagte dies sogar von sich aus, und der Kleine Ajan hatte den kompletten Vormittag ohne Nickerchen durchgehalten. So schliefen beide Kinder zu meiner Freude zügig ein.




Ich konnte mich derweil der Zubereitung des Gurkensalats widmen, den ich für das Sommerfest zugesagt hatte. Hättet ihr Interesse am Rezept?




Bis wir dann am Nachmittag los kamen, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. Der Kleine Ajan bespuckte x-mal seine Klamotten. (Ich glaube, da wächst gerade wieder jemand!) Nach dem 3. Klamottenwechsel gab ich es auf und fuhr einfach los. Zum Glück war es ja mit 28 Grad im Schatten sommerlich warm. Im Kindergarten angekommen lieferte ich erst meinen Gurkensalat ab, danach gabs Kuchen.




Nach dieser leckeren Nachmittagsstärkung hatten wir genug Energie um raus auf den Spielplatz zu gehen und das Kaiserwetter zu genießen. Der Kleine Ajan saß die ganze Zeit friedlich in der Trage, während das Fleischbärchen herumtollte.




Ja, die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.




Auf dem Gelände waren auch drei Spielstationen aufgebaut. Neben Schatzsuche (Halbedelsteinchen in Tonkugeln "gepackt" im Sand vergraben suchen) und Dosenwerfen erfreuten sich auch die Riesenseifenblasen großer Beliebtheit. Und sie ließen mein Hobbyfotografenherz höher schlagen. Dieses Licht! Einfach toll.




Zwischendurch wurde aber natürlich auch geschaukelt und im Sandkasten gespielt. Und auch, wenn dabei nicht immer alles friedlich zu ging, am Ende haben sich alle wieder vertragen.




Nachdem der Papa Pelz dann auch noch zu uns stieß und wir noch eine Weile das Sommerfest zu viert genießen konnten, war um 5 Uhr nachmittags schließlich Verabschiedung angesagt. Es ein wirklich schöner Nachmittag. Zum Tagesabschluss durfte das Fleischbärchen dann auch zuhause noch mal Seifenblasen pusten.




Mama widmete sich während dessen der Begutachtung des Gartens. Wahnsinn, wie in den letzten paar warmen Tagen alles förmlich explodiert ist! Unsere bordeaux-roten Pfingstrosen stehen nun in voller Blüte.




Auch unsere Rosenhecke erblüht allmählich. Am schönsten finde ich diese gefüllte, englische Sorte namens "James Galway".




Der Papa Pelz kümmerte sich derweil um die Löwenfütterung des Kleinen Ajan. Und gekuschelt wurde natürlich auch. ♥♥♥




Wie war euer Freitag? Konntet ihr auch das tolle Sommerwetter genießen? Ein schönes Wochenende euch allen!

Liebe Grüße,


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