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Donnerstag, 25. Juni 2015

#Urlaub - Tag 1 - Anreise




Endlich ist er fertig, mein ausführlicher Urlaubsbericht unseres ersten Familienurlaubs zu viert. Was wir alles erlebt haben, könnt ihr in den nächsten Tagen hier lesen. Ich werde jedem Urlaubstag einen einzelnen Blogeintrag mit vielen, vielen Fotos widmen. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen! :-)



Fünf Minuten vor 6 stand das Fleischbärchen in unserem Schlafzimmer: "Ich bin wach. Heute ist Urlaub??" Ja, die Vorfreude war schon Tage zuvor groß, aber ich muss zugeben, wir hatten sie auch ein wenig getriggert. *gnihihihi* ;-)

Also raus aus den Federn. Und natürlich ließ sich Hektik doch nicht vermeiden. Zeit für ein Foto des wunderschönen Morgenhimmels musste trotzdem sein.




Dann mussten die letzten Kleinigkeiten noch eingepackt, gleichzeitig das Frühstück gemacht und die Kinder versorgt werden. Ich sage nur soviel: beim nächsten Mal wird alles besser. :-D Dann packen wir wirklich alles was geht schon am Vortag. Na ja, oder zumindest frühstücken wir vor dem Packen. Hunger macht uns alle in der Familie nämlich zu verbal beißwütigen Bestien.

Schließlich schafften wir es doch noch mit Ach und Krach alles zusammenzupacken. Bis auf die Kameratasche. Die blieb versehentlich zuhause, was uns aber natürlich zu dem Zeitpunkt noch nicht auffiel als um 7:50 das Taxi vor der Tür stand. Das brachte den Papa Pelz, das Fleischbärchen und unseren 20-Kilo-"Ich-konnte-nicht-per-Post-verschickt-werden"-Koffer zum Einwohnermeldeamt. Der Kleine Ajan und ich machten uns zu Fuß mit dem ebenfalls schwer beladenen Kinderwagen auf den Weg.




Die daraufhin folgenden Begebenheiten lassen sich schnell zusammenfassen:


Rechtschreib- und Tippfehler gibt's hier übrigens gratis dazu! ;-) Wenigstens klappte das mit den Reisepässen für die Kinder einwandfrei...




... und so schnell, dass der Papa Pelz nicht nur noch mal schnell die Kamera von zuhause holen, sonder wir sogar auch eine S-Bahn früher losfahren konnten. Ein wenig "Verlust" gab es auf dem Weg zum Bahnhof. Auf dem folgenden Foto seht ihr im Hintergrund das Fleischbärchen auf einem Laufrad. Letzteres machte einige Sekunden nach Aufnahme des Fotos plötzlich laut "Pfffff...". Plattfuß! So ein Mist! Das nahm dann der Papa Pelz gleich wieder mit nach Hause, als er die vergessene Kamera holte. Trotzdem wirklich, wirklich schade! :-(




Aber da wir noch so viel Zeit hatten, stiegen wir nicht wie geplant in Hamburg Harburg, sondern am Hauptbahnhof um und hatten genug Zeit, um Kaffee und Snacks zu organisieren.




Doch was wäre eine Reise, wenn ab jetzt alles glatt laufen würde. Dann hätte man ja überhaupt nichts zu erzählen. Die nächste Überraschung erwartete uns auf dem Gleis, auf dem wir überpünktlich 20 min vor der Zeit eingetroffen waren, als der ICE einfuhr.


Ich hätte in dem Moment echt einen Wutanfall bekommen können, v.a. weil uns das nicht zum ersten Mal passiert ist. Aufregen nützte aber ja nun mal nichts. Immerhin wurde nicht wieder auf die letzte Minute das Gleis gewechselt. (Das hatten wir bei der letzten großen Bahnfahrt zu meinen Eltern nach Süddeutschland.) Nun gut, der Papa Pelz sprintete außen mit Kinderwagen und Fleischbärchen am Zug entlang, und ich kämpfte mich derweil innen von Wagen zu Wagen durch den Zug. Irgendwie schafften wir es dann doch noch, alle vier unsere reservierten Plätze zu erreichen.

Dann hatten wir sogar ein wenig Glück. Wir hatten unsere 4 Plätze - jeweils zwei und zwei - hintereinander gebucht, weil nichts anderes mehr verfügbar gewesen war - leider auch kein Kleinkindabteil, das ich ja in meinem Blogpost "Entspannt Reisen mit Kindern" bereits als so praktisch gelobt hatte. Doch ein paar Sitzreihen weiter waren an einem Tisch diejenigen, die dort reserviert hatten, nicht eingestiegen, und so ergatterten wir einen 4er-Tisch für uns. Das machte die Sache mit der Kinderbelustigung deutlich einfacher.

Als der Kleine Ajan dann müde wurde, aber vor lauter Gucken nicht einschlafen konnte, machte der Papa Pelz einen Ausflug mit dem Fleischbärchen ins Bordbistro, während ich in unserem Wagen mit dem Minipelz in der Trage auf und ab lief. Irgendwann war er dann endlich im Träumeland und ich konnte in Ruhe meinen Kaffee trinken und noch fünf Minuten abschalten. Die voran gegangene Nacht war nämlich nicht so berauschend. Beide Kinder brauchten lange zum Einschlafen und schliefen sehr unruhig. Zeit, wenigstens jetzt die Seele ein wenig aufzutanken...




Schließlich erreichten wir unseren zweite Umsteigebahnhof: Osnabrück.




Der Umstieg verlief problemloser, als erwartet, auch wenn wir keinen Aufzug fanden und so den Kinderwagen eine Treppe hinuntertragen mussten.




Auch die 2. Etappe im Fernreisezug machte dem Fleischbärchen (dass die meiste Zeit mit den im ICE geschenkt bekommenen Stiften malte) und besonders dem Kleinen Ajan Spaß. Echte Bahnkinder! ;-)



 
Dieses Mal fuhren wir mit einem IC. Es gab unseren mitgebrachten Mittagssnack - alles, was sonst zuhause in unserer Abwesenheit verdorben wäre: Äpfel, Tomaten und Gurken. Nicht im Bild, aber sehr lecker: Heiße Miniflammkuchen aus dem Bordbistro.




Dann hieß es:




Unser nächster und damit dritter Umstieg war Mariënberg, und nein, das war immer noch nicht der letzte. ;-) Ab hier ging es in einen niederländischen Zug.




Und was gab es da?






Für diesen Streckenabschnitt brauchten wir gerade mal gute 40 Minute, aber nun zeigte sich doch deutlich, dass das Fleischbärchen keinen Mittagsschlaf gemacht hatte. Es wurde gequengelt, gejammert, Unsinn gemacht, sich dabei weh getan, geweint usw.. Was da prima half, war - wie so oft - Ablenkung. Wir schauten aus dem Fenster und "suchten" Tiere, besonders Pferde, was nicht weiter schwer war, denn die Niederländische Provinz "Drenthe", in der wir uns bereits befanden und die auch unser Urlaubsort für die nächsten 8 Tage sein sollte, ist berühmt für seine Pferde. Überall auf den malerisch von Wäldern eingerahmten Wiesen sieht man sie. Und als wir dann auch noch erklärten, dass es dort, wo wir hinfahren, auch einen Ponyhof gibt, war die Müdigkeit erst mal vergessen.

Unser nächster Umstieg war Almelo. Das Wetter war super und viel wärmer als angesagt. Ein toller Auftakt in den Urlaub...




... bis wir im Zug standen und uns das Herz in die Hose rutschte: "Wo ist die Kameratasche?" Ich verfiel für einen kurzen Moment in Panik. Zum Glück schliefen beide Kinder, nun auch endlich das Fleischbärchen. Sie bekamen von der ganzen Sache und dem Gespräch mit dem wirklich super netten, hilfsbereiten Zugbegleiter nichts mit. Ja, auf dem folgenden Foto sieht man mir den Schock noch ziemlich an



Nach ein paar Minuten hatten wir nachvollzogen, wo wir die Tasche liegen gelassen hatte. Papa Pelz twitterte sogleich...


Und was soll ich sagen, es meldete sich doch tatsächlich ein echter Lokführer der DB, der über Funk versuchte, die Lok des Zuges zu erreichen, in dem unsere Kamera gerade nach Amsterdam fuhr. Doch leider konnte er uns nicht weiterhelfen, weil sich der Zug ja bereits in den Niederlanden und damit im Ausland befand und die deutsche Lok aber, wie bereits berichtet, in Bad Bentheim abgekoppelt worden war.

Trotzdem war die Flut der Reaktionen atemberaubend. Über 400 Retweets, davon der Großteil in den ersten paar Stunden. Papa Pelz' Handy hörte gar nicht mehr auf zu summen.

Schließlich fanden wir heraus, dass wir uns an die Lost-and-Found-Hotline des Amsterdam Centraal (Hauptbahnhof in Amsterdam) wenden mussten. Leider ließ unsere Roaming-Vertragserweiterung keine niederländischen 0900er Nummern zu. Was tun? Erst einmal zum Ferienhaus und dort noch mal in Ruhe über WLAN versuchen, irgendwas in Erfahrung zu bringen.

Wir stiegen also wie geplant in Emmen zum letzten mal an diesem Tage aus einem Zug und suchten den Bussteig, an dem unser Bus zum Ferienpark abfahren sollte, was nicht weiter schwer war.




Das Fleischbärchen schlief übrigens immer noch und auch noch eine ganze Weile im Bus.





Erst als wir bereits aus dem Bus ausgestiegen und ein Stück den kurzen Weg Richtung Ferienpark gelaufen waren, wachte sie auf. Und was sah sie da? Ponys und eine große Wasserrutsche. Das beeindruckte mächtig, v.a. so kurz nach dem Aufwachen.

Wir gingen erst einmal ins große Hauptgebäude, um uns an der Rezeption anzumelden, die Schlüssel in Empfang zu nehmen und gleich einen Tisch im Restaurant für das Abendessen zu reservieren. Und dann ging es los. Vorbei an vielen, niedlichen reetgedeckten Häusern schlängelte sich der Weg bis in den Wald. Tadaaaa... unser Feriendomizil für insgesamt 8 Tage:




Ich war gleich verliebt. Von außen sah das Haus schon mal vielversprechend aus. Sehr gut war auch, dass die Nachbarhäuser gerade nicht bewohnt zu sein schienen. Doch wie sah es nun innen aus?

Nach dem Öffnen der Tür standen wir zunächst in einem hohen Flur in dem eine steile Holztreppe nach oben ins Dachgeschoss führte. Der erste Eindruck war für mich ein wenig ernüchternd, weil der Flur dadurch, dass hier bis zum Giebel hoch keine Decke eingezogen worden war, etwas zugig und ungemütlich wirkte. Aber das erste Betreten des Wohn-/Essbereichs mit geräumiger Küchenzeile, die keine Wünsche offen ließ (Spülmaschine, Backofen-/Mikrowellenkombi, Gasherd mit 4 Kochfeldern usw..) machte das wieder wett. Das extra dazu gemietete Laufgitter stellten wir selbst schnell auf und räumten die Sitzecke ein wenig um, damit die Kinder Platz zum Spielen und keine Möglichkeit hatten, sich am DVD-Player zu schaffen zu machen. ;-)

 
Nachdem wir uns ein wenig sortiert, grob ausgepackt und der Papa Pelz und ich den ersten Kaffee aus der im Haus vorhandenen Padmaschine genossen hatten, ging es los zum Familienrestaurant, wo wir um 6 Uhr einen Tisch zum Abendessen reserviert hatten.



Das Restaurant selbst wird von einem Pächter betrieben, gehört also eigentlich nicht zum Park, befindet sich aber auf dem Gelände. Wir hatten bei der Onlinebuchung des Hauses ein 3X-3-Gänge-Menü-Arrangement mit Preisnachlass dazu gebucht.

Das Essen war sehr lecker. Auch dem Fleischbaerchen schmeckte es: für sie bestellten wir einen typisch Niederländischen "pannekoeken" von der Kinderspeisekarte.




Das Tollste war aber die wirklich sehr große Spielecke, die wie der Indoorspielplatz des Parks, "Bartjes Boerderij" (Barjtes Bauernhof) hieß. Hier gab es Lego, Holzspielzeug und sogar einen Puppenherd. Vor und nach dem Essen war unsere Maus beschäftigt und wir musste uns nur noch um den Kleinen Ajan kümmern und konnten unser Essen genießen. Endlich Urlaub!



Um kurz nach neun waren wir schließlich wieder in unserem schönen "Drenther Bauernhaus". Die Kinder schliefen schnell ein und so konnten wir den doch ziemlich anstrengenden Tag noch entspannt mit einem Glas Wein, Oliven und etwas Süßkram, alles Sachen die wir vor dem Abendessen im kleinen Parksupermarkt neben dem Restaurant gekauft hatten, ausklingen.





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Samstag, 6. Juni 2015

Urlaubsvorbereitungen: Bahnfahren mit Kindern

Wir haben es getan. Wir haben tatsächlich Urlaub gebucht. Auf die aller-, allerletzte Minute. Am 15.06., also bereits in anderthalb Wochen, geht es für eine Woche in einen Ferienpark in die Niederlande. Ich bin schon total aufgeregt. Das ist unser erster Urlaub seit August 2013 und der erste mit zwei Kindern. Beim Gedanken daran, flattern mir Schmetterlinge durch den Bauch. Juhuuu, endlich mal wieder rauskommen und was anderes sehen, als das tägliche Einerlei!
Aber beim Gedanken daran, was noch alles zu organisieren ist, wird mir dann fast schon wieder ein wenig flau. Tausend Fragen schwirren mir durch den Kopf. Und genau deshalb werde ich hier eine kleine Blogreihe über unsere ganz persönlichen, wichtigsten Urlaubsvorbereitungen schreiben. Vielleicht könnt ihr ja davon sogar das ein oder andere für euch selbst mitnehmen. Nun aber schnell zu meinem ersten Thema. Viel Spaß beim Lesen!





Husch, husch, husch, die Eisenbahn, 

wer will mit nach Holland fahr'n?


Da wir kein Auto haben und ein Flugreise für uns nicht in Frage kam, haben wir nur die Alternativen "Mietwagen" oder "Bahn und Bus". Wir haben uns nach reiflicher Überlegung für letzteres entschieden: Wir reisen mit dem Zug! Die/der ein oder andere fragt sich jetzt sicherlich: wird das nicht ein Riesenstress? Sich einfach ins Auto setzen und losfahren ist doch super bequem, oder etwa nicht?

Bisher sind wir damit im wahrsten Sinne des Wortes am besten gefahren. Ok, bisher waren wir mit den Kindern auch nicht im Ausland unterwegs. Ich kann also nur für Bahnfahrten in Deutschland sprechen. Aber die paar Autofahrten, die wir bisher mit den Kindern unternommen haben, waren der Horror! Die Kids sind es nicht gewohnt, festgegurtet am gleichen Fleck zu sitzen, sich kaum bewegen zu können und auf Grund ihrer noch überschaubaren Bauhöhe und der Art der Kindersitze nicht mal aus dem Fenster gucken zu können. Es gab viel Geschrei und Tränen. In der Bahn kann man mit dem Fleischbärchen auch einfach mal eine Runde herumlaufen, den Zug erkunden, andere Leute beobachten, und man kann am Tisch sitzen und malen, Bücher lesen, Essen, Kniereiter spielen, Singen uvm... Damit man die Zugreise richtig genießen kann, gibt es aber einige wichtige Vorraussetzung.




Die (richtige) Reservierung


Ich würde bei Bahnreisen mit Kindern in Fernverkehrszügen immer empfehlen, vorab Sitzplätze zu reservieren. Als kinderloses Pärchen kann man sich notfalls auch noch irgendwo mit dazuquetschen und getrennt sitzen. Aber nichts ist beim Bahnfahren so entnervend, wenn Kinder stundenlang irgendwo auf dem Boden in einer Ecke kauern müssen, weil man keinen Sitzplatz bekommen hat, oder wenn eine Familie getrennt wird. Auch für die anderen Bahnreisenden ist das unschön. Auf deren Mitgefühl kann man sich jedenfalls nicht verlassen. Juna im Netz und Andrea von Runzelfüßchen zum Beispiel haben auf ihren Blogs darüber echt Haarsträubendes zu berichten. Unglaublich, wie empathielos manche Menschen sein können, aber das nur am Rande. Ich schweife ab! ;-) Wenn ihr harmoniebedürftig wie ich seid, ist es wirklich das Beste, ihr versucht solche Situationen zu vermeiden.

Klar, bei ganz kurzfristigen Fahrten ist eine Reservierung oft nicht mehr möglich. Aber wenn ihr kleine Kinder habt, bucht möglichst Sitzplätze im Kleinkindabteil. Auch darüber hat Andrea von Runzelfüßchen einen tollen Beitrag mit vielen Fotos geschrieben. Hier ist man unter sich bzw. unter Familien mit anderen Kindern, und keiner der kinderlosen Fahrgäste fühlt sich gestört, wenns mal etwas lauter zugeht oder man Stillen muss. Ich habe meine Kinder zwar wirklich überall gestillt, wenn es sein musste auch in der Hamburger S-Bahn zu Rushhour, aber es gibt eben immer noch Leute, die sich dadurch gestört fühlen! Leider! Aber ich schweife schon wieder ab... :-D

Ein wenig verzwickt kann es im Kleinkindabteil mit dem Gepäck und insbesonders mit Kinderwagen werden. Manchmal ist das Kleinkindabteil nämlich nichts weiter als ein 6-Personen-Abteil, dass für Familien mit Kindern bestimmt ist. Nur wohin mit den ganze Klamotten?

Damit das Gepäck nicht zum Balast wird



Reisetaschen und kleinere Koffer könnt ihr über den Sitzen in der Gepäckablage verstauen. Große Koffer, Kinderwagen und sperrigere Buggys kann man in der meist direkt angrenzenden 1. Klasse auf dafür vorgesehenen Stellplätze bzw. in Gepäckregalen unterbringen. Allerdings habt ihr diese dann nicht immer im Blick. Ein Kind auf dem Arm oder noch quengelnd im Wagen sitzen zu haben und dabei erst mal alles einzupacken, was ihr im Abteil braucht, strapaziert die Nerven unnötig. Wertsachen, Dinge, die euch lieb und teuer sind, oder die ihr während der Fahrt braucht, solltet ihr also vorab gleich so verstauen, dass ihr sie einfach nur in (möglichst) einer fertig gepackten Tasche aus dem Kinderwagen ins Abteil mitnehmen könnt.


 

Und auch zuhause sollte ihr euch schon ernsthaft Gedanken darüber machen, was ihr wirklich braucht. Muss es unbedingt der 3. Ersatzanorak sein? Kann das aufblasbare Krokodil nicht doch zuhause bleiben? Auch wenn man im Urlaub ja eigentlich besseres zu tun hat, aber eine Unterkunft mit Waschmaschine ist Gold wert, spart Kräfte und schont Rücken und Nerven.

Wer auf große, sperrige Koffer trotzdem nicht verzichten kann, sollte sich erkundigen, ob es auch eine Möglichkeit gibt, diese per Post (DHL, Hermes usw...) zum Urlaubsort vorauszuschicken. Das hat gleich mehrere Vorteile:
  • Das wichtigste Argument: Ihr braucht das Gepäck nicht zu schleppen und könnt es auch nicht irgendwo am Bahnhof aus Versehen stehen lassen. Einige Paket-/Logistikunternehmen bieten übrigens einen Abholservice an. So könnt ihr euch sogar den Weg zu Filiale sparen.
  • Ihr plant dadurch im Voraus. Ich bin jemand, der gern etwas "auf's letzte Knäppchen" erledigt. Das hat dann meist zur Folge, dass ich am Morgen der Abreise dann verzweifelt versuche, noch etwas in den schon längst vollen Koffer zu stopfen. Das geht nicht, wenn ihr das Gepäck schon ein paar Tage zuvor losschicken müsst. Der Tag der Abreise ist dadurch deutlich stressfreier.
  • Schickt ihr das Gepäck voraus, habt ihr gewissermaßen eine "zweite Chance". Sollte euch, wenn das Gepäck bereits auf Reisen ist, doch noch etwas Wichtiges einfallen, das unbedingt mit muss: kein Problem. Ihr könnt es notfalls noch im Handgepäck irgendwie unterbekommen.

So bleibt das Urlaubsfeeling nicht auf der Strecke


Natürlich kann auch bei der anfänglich entspanntesten Zugfahrt noch etwas schief gehen. Aber das ist dann auch nicht anders, als bei einer Autofahrt. Auch hier gibt es unvorhersehbare Staus, die einen u.U. Stunden kosten und die Nerven gehörig strapazieren können. Vor Verspätungen der Bahn ist man nicht gefeit, aber man kann auch hier etwas selbst dazu beitragen, dass es im Fall der Fälle trotzdem noch entspannt zugeht.




Solltet ihr nicht am Startbahnhof des Zuges einsteigen, sondern dieser schon zuvor eine Weile unterwegs sein, checkt den Live-Fahrplan im Internet, bevor es überhaupt losgeht. Womöglich hat euer Zug bereits Verspätung und das Erreichen eines Anschlusszug ist dadurch bereits unmöglich. Wer das frühzeitig weiß, kann manchmal noch umplanen.
Außerdem solltet ihr in Zeiten von Lokführerstreiks auch immer ein wenig die Nachrichten verfolgen. Im Normalfall gibt es nämlich genug Alternativen, weil nicht alle Lokführer in der Gewerkschaft sind. Man muss nur wissen, welche Züge ausfallen und welche noch fahren.

Selbst, wenn die Bahn mal Verspätung hat, die eigene Pünktlichkeit ist eine Grundvorraussetzung für stressfreies Bahnfahren. Wer lieber noch 10 Minute Wartezeit auf dem Bahnsteig in Kauf nimmt, spart sich unnötige Rennerei. Und wenn der Aufzug oder die Bahn sich mal wieder urplötzlich überlegt, kurz vor der Abfahrt noch das Abfahrtgleis zu wechseln, kann der Zug weg und der nächste Anschluss damit ebenfalls hin sein. Da beginnt der Ärger schon, bevor die Reise überhaupt begonnen hat.

Wenn ihr dann rechtzeitig auf dem Bahnsteig steht, könnt ihr euch gleich am Wagenstandsanzeiger (das ist eine Tafel, die sich meist neben oder an der Rückseite des Fahrplans befindet) heraussuchen, an welchem Gleisabschnitt der Wagen mit euren reservierten Sitzplätzen sich befinden wird. Das spart ebenfalls noch mal Rennerei.

Umsteigezeiten planen wir grundsätzlich sehr großzügig, denn das ist der stressigste Part am Bahnfahren mit Kindern. Da darf gerne auch mal eine volle Stunde Pause zwischen zwei Streckenabschnitte liegen, in der man dann, falls die Züge doch pünktlich sein sollten, auch schnell mal einen Happen im Bahnhof essen gehen kann. Als wir noch keine Kinder hatten, sind wir einmal mit dem Quer-durchs-Land-Ticket von Hamburg bis nach Süddeutschland gefahren - alles nur mit Regionalzügen. In Würzburg hatten wir dabei einen Aufenthalt von einer 3/4h. Das Wetter war super und wir sind einfach in der Innenstadt schnell ein Eis essen gegangen. Und das ist genau das Tolle daran. Klar erscheint einem erst mal die Fahrzeit länger, wenn man auf seinen Reiseplan schaut. Aber im Endeffekt kommt man viel entspannter ans Ziel und hat dadurch gefühlt gar nicht so viel Zeit im Zug verbracht. Der Urlaub fängt bereits mit der Bahnfahrt an. Bei einer langen Autofahrt würdet ihr ja schließlich auch eine Tank- und Pipipause an der Raststätte einkalkulieren.




Fazit


Es wird ja viel darüber gemeckert, dass die Bahn, ständig Verspätung hat. Aber seien wir doch mal ehrlich: das Auto ist da auch nicht das Non plus ultra. Immerhin können sich bei einer Bahnreise alle auf andere Dinge konzentrieren, als nur auf den Straßenverkehr. Gleichberechtigtes Reisen, sozusagen! ;-)
Auch das Gejammere "Bahnfahren ist ja sooo teuer!" kann ich nicht bestätigen. Ja, ein regulär gebuchtes Ticket ist schweineteuer. Aber es gibt Bahncards, und eine Bahncard 25 ist sogar mit Sparpreisen kombinierbar. Zack, fährt man mit der Bahn plötzlich sogar deutlich günstiger als mit einem Auto. (Nein, dass ich kein gesponserter Beitrag!) Sollte es gar keine günstigen Tickets mehr geben, kann man immer noch auf das Auto ausweichen.
Natürlich kostet es ein wenig Planung im Voraus und etwas mehr Reisezeit, aber man gewinnt dadurch im Schnitt auch viel wertvolle Lebenszeit. Wie sagte Konfuzius sinngemäß schon vor 2500 Jahren? "Der Weg ist das Ziel." ;-P Und sollte man doch trotz sorgfältiger Planung auf Grund von unvorhersehbaren Verspätungen irgendwo stranden, dann nehme ich mir den Satz meiner Hebamme zu Herzen: "Mach mal Ommm!"




Wie reist ihr am liebsten mit euren Kindern? Straße, Schiene oder vielleicht sogar über den Wolken? Hinterlasst mir doch einen Kommentar oder bloggt selbst darüber. Ich verlinke euren Beitrag dann auch gerne hier unter diesem Blogpost. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr eure persönlichen Erfahrungen mit meinen Lesern und mir teilt!

Liebe Grüße,

PS: Kommende Woche erscheint dann hier übrigens der nächste Beitrag meiner Blogreihe über biometrische Bilder für den Kinderreisepass.
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