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Mittwoch, 1. Juli 2015

Emotionskarussell - Wenn die (Mutter)Gefühle sich im Kreis drehen



Ich hätte euch sehr gerne mal wieder leichte Kost geboten, z.B. einen Beitrag über das, was ich Mittwochs mag. Das habe ich gestern leider verpasst. Oder aber den nächsten Bericht über einen weiteren Urlaubstag. Doch dieser Blogpost ist längst überfällig. Gestern Morgen gab es den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und mich zum Schreiben veranlasste. Der Tropfen war eine Träne, denn der Abschied in der Kita war einer von der Sorte, nach dem ich am liebsten mein Kind wieder mitgenommen hätte. Sie wollte partout nicht in ihre Gruppe, sondern bei mir bleiben. Ich fühlte mich, wie die rabigste aller Rabenmütter, als mein Kind "Maaaamaaaa, Maaaamaaa!" auf dem Arm der Erzieherin flehte und die Tür sich schloss.

Seit fast 8 Monaten geht unser Fleischbärchen nun in die Kita. Der Anfang war sehr schwer - für uns alle. Die ersten Wochen, ja sogar Monate, war ich oft der Verzweiflung nahe und fragte mich ständig, ob mein doch so sensibles Kind überhaupt "der Typ" dafür sei, oder nicht zu Hause besser aufgehoben wäre. Hinzu kam, dass einen Monat zuvor ihr kleiner Bruder auf die Welt kam. Eigentlich sollte einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin die Eingewöhnung beginnen. Wir entschlossen uns, noch einen Monat zu warten, damit sie Zeit mit uns und ihrem neuen Brüderchen verbringen konnte und nicht der Eindruck entstand, dass sie jetzt abschoben oder gar ersetzt würde. Ideal war das trotzdem nicht. Ich hätte sie gerne schon ein paar Monate früher "eingewöhnt", denn dann wäre ich nicht in der Wochenbettzeit gewesen und der zeitliche Zusammenhang zur Geburt ihres Bruders wäre überhaupt nicht da gewesen.

Vor dem Holland-Urlaub vorletzte Woche war Monate lang alles "O.K.". Zwar wollte sie morgens regelmäßig immer noch nicht in die Kita, sondern lieber zuhause bleiben, aber wenn wir dann einmal da waren und der Papa oder ich ihr die Jacke ausgezogen und die Schuhe gewechselt hatten, rannte sie immer schon selbst los, fiel ihren Erzieherinnen um den Hals, kam dann noch mal zurück um uns zum Abschied zu umarmen, um sich dann direkt dem Spiel mit den anderen Kindern zu widmen.
Doch nun ist sie wieder einmal da, dieselbe Situation wie ganz zu Anfang. Und stellt sich mir zum wiederholten, x-ten Mal die Frage: Ist es richtig und gut, dass sie in die Kita geht?

Warum ich sie in dieser harten Anfangszeit nicht sofort wieder aus der Kita nahm, wenn mich diese Gefühle plagten? Ganz einfach, weil ich auch nur ein Mensch bin, mich von den Ratschlägen anderer beeinflussen lasse und manchmal einfach nicht weiß, was ich tun soll und was richtig oder falsch ist. Und auch, wenn die Blogparade von Alu schon lange vorbei ist, dies scheint gerade meine ganz persönliche "Geschichte vom Scheitern" zu sein.


In der Zwickmühle


Ich war hin- und hergerissen und bin es immer noch. Ich hörte viele, viele Meinungen dazu - gefragt und ungefragt.

Für eine gute Freundin und Nachbarin, die selbst vier Kinder hat, wäre die Sache klar gewesen: "Entweder weniger Stunden in der Kita, oder ganz heraus nehmen." Sie ist der Meinung, dass Kinder bis zum Kindergarten zu ihren Müttern/Vätern gehören, solange nicht die finanzielle Existenz der Familie bedroht ist. Letzteres wäre bei uns ja nicht der Fall, da ich sowieso noch nicht wieder arbeiten gehen, sondern in Elternzeit und damit zu Hause bin.

Dann ist da noch die Familienseite meines Mannes und der Papa Pelz selbst. Er kommt aus den neuen Bundesländern, in denen auch heutzutage der Besuch einer Krippe bei den meisten Familien etwas ganz Normales ist, denn schließlich sollen Kinder auch soziale Kontakte knüpfen und lernen, wie man sich in eine Gruppe integriert.
Mein Mann sieht das ebenfalls vergleichsweise gelassen. Es macht ihn zwar auch nachdenklich, was der Grund für ihr Verhalten sein könnte, aber er ist dennoch überzeugt, dass es richtig ist, dass sie in die Kita geht.

Wen ich explizit um Rat fragte, waren die Erzieherinnen in Fleischbärchens Gruppe. Sie meinten, dass es ganz normal sei, dass sich Kinder anfangs schwer von ihren Eltern trennen können, ich mir aber keine Sorgen machen solle. Das würde sich von selbst geben und würde den Kindern auch nicht schaden. Ich bin mit unserer Kita, der Kommunikation mit den Eltern, der Atmosphäre dort und den wirklich sehr herzlichen, liebevollen Erzieherinnen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Doch diese stecken ja quasi mit in der Situation und eine Kita ist auch immer ein Unternehmen, dass sich wirtschaftlich tragen muss. Inwieweit kann ich der Richtigkeit dieser Aussage also vertrauen? Gibt es überhaupt ein richtig oder falsch?

Irgendwo dazwischen stehe ich also, und ich weiß einfach nicht, wie ich entscheiden soll. Wenn es nach dem Papa Pelz geht, soll sie bleiben, allein schon, damit ich tagsüber mit dem Kleinen Ajan entlastet bin. Und dann denke ich mir wieder: Aber andere schaffen es doch auch! Was sind schon zwei Kinder? Andere haben drei oder vier und manche sind dabei sogar noch voll beruftstätig.
Ist eine Herzensentscheidung immer die Richtige? Muss man nicht auch mal Dinge tun, die im Moment vielleicht unbequem, aber langfristig für alle Beteiligten besser sind?


Der Faktencheck


Manchmal helfen ja Pro- und Contra-Listen. Was sind also die positiven Seiten daran, dem Fleischbärchen die Kita zu ermöglichen:

Pro Kita:

  • "Soziale Kontakte" - Sie hat schon früh einen Freundeskreis mit Gleichaltrigen und außerdem zusätzliche Bezugspersonen und ein soziales Umfeld außerhalb der Familie. Ich habe mal gelesen, dass Kindern, die schon von klein auf nicht nur eine einzige sondern mehrere enge Bezugspersonen haben, sich auch später im Leben leichter zurechtfinden. (Ob das stimmt, sei nun mal dahingestellt.)
  • "Pädagogisch wertvolle Beschäftigung" - Eine Kita bietet ganz andere Möglichkeiten. Zuhause ist auch einfach mal "nichts los", weil ich mich um den Haushalt oder den Kleinen Ajan kümmern muss. Das muss ja auch gar nicht sein, aber Fakt ist, in der Kita wird es nie langweilig.
  • "Der Kitaplatz ist uns sicher." - In unserem Ort war und ist es ganz und gar nicht einfach, einen Betreuungsplatz zu bekommen. Zwar haben wir viele Kitas, aber es gibt ebene auch viele Kinder. Tendenz: täglich steigend. In unserer Wunschkita war schon trotz Anmeldung 2 Tage nach der Geburt des Fleischbärchens kein Platz ab dem 2. Geburtstag zu bekommen - also zwei Jahre nach der Anmeldung! Wir mussten ausweichen. Nun geht sie in eine Kita, die ganz auf der anderen Seite des Ortes liegt. Würden wir den Platz aufgeben, und würde ich nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen, so ginge die Suche und das Betteln erneut los. Und nicht nur das, auch der Kleine Ajan müsste ja irgendwo untergebracht werden. Bleibt sie in der Kita, bekommt ihr kleiner Bruder hingegen dort bevorzugt einen Platz. Angemeldet ist er jedenfalls schon für März 2016, wenn er 18 Monate alt ist.
  • "Zeit für die ganz normalen Erledigungen des Alltags" - Ein Haus und ein großer Garten pflegen sich nicht von alleine. Und wenn die Große da ist, wird das Ausräumen der Spülmaschine schon zur Geduldsprobe, weil sie natürlich helfen will, dies aber bei vielem allein schon auf Grund ihrer überschaubaren Bauhöhe nicht geht. Und manchmal gehen mir dann auch einfach die Ideen aus, wie ich sie in die Hausarbeit mit einbeziehen kann. Manchmal muss es auch einfach schnell gehen.
  • "Zeit für mich selbst und das Bloggen" - Zur Zeit bin ich ehrlich gesagt heilfroh, wenn die Kinder abends endlich im Bett sind. Die Große steckt voll in der Autonomiephase und macht auch sonst entwicklungstechnisch einiges durch, wie zum Beispiel das Trocken werden, über das ich vorgestern erst bloggte. Und dann kommt hinzu, dass sie schon von klein auf ihren Unmut in einer unglaublichen Lautstärke und mit einer Vehemenz zum Ausdruck bringt, dass bald die Gläser im Küchenschrank zerspringen. Besonders das Ins-Bett-Bringen ist, seit sie dem Osterhasen ihre Schnuller überlassen hat, ein Horror, und zwar für alle Familienmitglieder. Jeden Abend versuche ich erneut, gelassen und mit viel Einfühlungsvermögen an die Sache heranzugehen, weil ich weiß, dass es nichts bringt, sich darüber aufzuregen, wenn sie nicht schlafen will. Aber jedes Mal schafft sie es nach spätestens einer Stunde, dass aus der Goodmom dann doch noch die Badmom wird, die vor lauter Verzweiflung und als letzten Ausweg nun nur noch den Griff in die Konsequenzen-Kiste sieht. Eigentlich will ich gar nicht so erziehen. Ich wäre gerne die Mama, die sich in ihre Kinder hinein versetzt und zu verstehen versucht, was sie freut, wütend oder traurig macht und darauf dann entsprechend reagiert. Ja, ich weiß, da winkt die Perfektionismusfalle. Ich bin mir im Klaren, dass das nicht immer geht. Aber an solchen Abenden ist es besonders frustrierend, aufgeben zu müssen, weil man einfach keine Kraft mehr hat. Hättet ihr mich vor 2 Monaten gefragt, ob unsere "Familienplanung" abgeschlossen ist, ich hätte diese Frage klar verneint. Nun würde ich dafür zwar auch noch nicht meine Hand ins Feuer legen, aber zur Zeit würde ich nicht mal auch nur daran denken, ein weiteres Kind zu bekommen.
  • "Zeit und Ruhe für den Kleinen Ajan" - Letzterer kommt an den Wochenenden, wenn die Große zuhause ist, oft sehr kurz. Zum Glück ist er ein wirklich pflegeleichtes, fröhliches Baby, das leicht zufrieden zu stellen ist und sich auch schon mit seinen gerade mal 9 Monaten viel durch Entdeckungstouren durchs Wohnzimmer alleine beschäftigen kann. Das ist toll und wichtig, und mir ist auch klar, dass seine Erziehung nicht mehr annähernd so fokussiert ablaufen kann, wie die des ersten Kindes. Andererseits möchte ich ihm aber trotzdem auch ein Stück der ungeteilten Aufmerksamkeit schenken, die seine Schwester genossen hat. Als der kleine Bruder noch nicht da war, konnte sie sich übrigens ebenfalls problemlos bis zu eine Stunde alleine beschäftigen. ;-)


Kommen wir nun zur anderen Seite:

Contra Kita:

  • "Ein Kind gehört in den ersten Lebensjahren zur Mutter/zum Vater" - Dies ist das Argument, dass am schwerwiegendsten an meinem Gewissen nagt. Dass meine Tochter sehr sensibel ist und extrem feine Antennen für das hat, was um sie herum passiert oder sich verändert, habe ich ja bereits erzählt. Zudem habe ich gerade jetzt wieder das Gefühl, dass sie mich wieder häufiger braucht, weil sie einfach so viel Neues lernt und sie das sicherlich auch verunsichert. Wenn sie zuhause ist, klammert sie sehr. Papa ist zur Zeit out.
  • "Überfordere ich mein Kind?" - In einer Kita ist es relativ laut, und unsere Maus hasst laute Geräusche. Sie hat regelrecht Panik davor. Monatelang wollte sie von ihrem neuen Bobbycar nichts wissen, weil sie Angst vor der Hupe hatte. Sie empfand sie schlichtweg als laut und hielt sich schreiend und weinend die Ohren zu. Wie muss das dann erst in einer Kita sein? Zum Glück sind in ihrer Krippengruppe nur insg. 10 Kinder, aber auch die können sicherlich schon einen gehörigen Lärm machen.
  • "Die Kosten" - Ein Krippenplatz kostet viel, viel Geld, besonders in Niedersachsen. Bei uns kommen pro Monat für ein Kind inkl. Essensgeld über 400 Euro 450 Euro zusammen. (Nachträglich korrigiert am 03.07.15. Hab noch mal nachgeschaut. ;-))
  • "Ich gehe nicht arbeiten, wozu dann eine Betreuung?" - Andere schaffen das auch ohne. Wir hatten Thema das schon. Viel mehr ist dazu ja auch eigentlich nicht zu sagen. ;-)
  • "Mittagsschlaf - ja oder nein?" - Wir sind gerade an dem Punkt angelangt, wo wir überlegen, den Mittagsschlaf an den Wochenenden ausfallen zu lassen. Im Urlaub haben wir nämlich festgestellt, dass das zwar schwierig ist, aber es klappt. Da sie abends dann richtig müde ist, entfällt allerdings erfreulicherweise das Theater. Nun sollte sie aber noch ein weiteres Jahr in der Krippengruppe bleiben, weil die Erzieherinnen der Ansicht waren, dass sie noch nicht bereits ist, in die Elementargruppe zu wechseln. Würde sie hingegen doch im September in die große Gruppe wechseln, wäre die Übergangszeit sicher erst mal sehr hart. Deutlich mehr Kinder und dann auch noch kein Mittagsschlaf. Schließlich ist das Wachbleiben im Urlaub mit Mama und Papa immer noch war anderes als im Kindergartenalltag. Wäre sie zuhause, hätte sich dieses Problem erledigt. Sie würde einfach wach bleiben und abends früher ins Bett gehen.
  • "Personalwechsel in der Kita" - Eine Situation, die für uns gefühlt die Karten völlig neu gemischt hat, ist die Kündigung einer ihrer beiden Erzieherinnen. Das Fleischbärchen mag beide wirklich sehr gern, aber geht nun die eine weg (sie hat eine Stelle in Dubai ergattert, die ich ihr auch von Herzen gönne), muss sie sich erst einmal wieder an eine neue Person gewöhnen, um dann ein Jahr drauf noch einmal einen Wechsel in eine völlig andere Umgebung mit komplett neuen Erziehern durchzumachen. Wir hatten jetzt erst letzte Woche die Situation, dass besagte Erzieherin im Urlaub war. Eine Praktikantin half stattdessen aus, und unsere Maus hatte furchtbare Angst vor ihr. Sogar, wenn der Papa sie morgens zur Kita brachte, gab es viele Tränen.

"Hast du Luxusprobleme, oder was?"


Ganz ehrlich? Wenn man es so sehen will, ja, die habe ich wohl!
Manchmal wünschte ich, ich müsste einfach arbeiten gehen. Dann würde sich diese Frage nach "Soll das Kind in die Kita oder nicht" überhaupt nicht stellen. Dann wäre das einfach so und fertig. Und nebenbei gäbe es für die Arbeit, die ich mache, auch noch eine monetäre Anerkennung, denn auch, wenn dieses Vorurteil in unserer heutigen Zeit immer noch sehr verbreitet ist, ich sitze nicht nur den ganze Tag zuhause oder im Café und trinke Latte Macchiato.


Natürlich würde die Arbeitswelt da draußen auch wieder andere, teils sogar größere Probleme mit sich bringen (#Vereinbarkeit ist ja grad in aller Munde bzw. Blogs). Aber ich müsste mir nicht vorwerfen lassen, dass Kind unnötig abzuschieben. Es wäre nicht meine freie Entscheidung, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Andererseits war für mich immer klar, dass ich mindestens das erste Jahr nach der Geburt auf jeden Fall zuhause bleiben werden, und genau in diesem Jahr befinde ich mich auch noch.

Ich habe lange gezögert, überhaupt über dieses Thema zu schreiben, weil ich auch ein wenig Angst vor den negativen Reaktionen habe. "Die Frau sollte sich mal andere Lebenssituationen ansehen. Die, mit ihrer tollen kleinen Familie, ihrem schönen Haus und Garten, hat einfach nicht das Recht so zu jammern!" Aber es belastet mich zur Zeit einfach so sehr, dass ich oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Es hängen eben auch so viele Faktoren damit zusammen bzw. davon ab.

Als Mutter (und Vater) trifft man tagtäglich so unglaublich viele, oft auch nur unwichtige Entscheidungen, aber man ist ständig gefragt und gefordert. Es gibt keinen Urlaub. Nie! Selbst wenn die Kinder schlafen, bist du immer auf Abruf. Selbst, wenn du mit einer Freundin abends ins Kino gehst und der Papa sich zuhause kümmert (und er kümmert sich wirklich sehr und hilft, wo er nur kann!), so kann es immer vorkommen, dass du doch noch mitten im Film nach Hause musste, weil eines der Kinder sich z.B. nicht beruhigen lässt und ausschließlich nach Mama verlangt. Zur Zeit haben wir wieder solch eine ganz intensive Phase. Wie gerne würde ich einfach nur mal wieder jemanden um Rat fragen und ein Rezept befolgen. Für Kinder gibt es keine Rezepte, und genau das lastet auf meinen Schultern wie ein tonnenschwerer Felsbrocken. Noch kann ich ihn stemmen, aber wenn ich nicht aufpasse, breche ich irgendwann unter der Last zusammen.

Und nun? Lösungsansätze - oder zumindest ein Versuch

Ich sage es gleich, ich weiß nicht, auf welche Klippe wir da zusteuern, oder ob wir bald wieder aus dem Nebel herausfinden. Ich habe nur eine dumpfe Ahnung. Müsste ich ganz impulsiv nur nach meinem Gefühl entscheiden und würde ich alle Bedenken über die Zukunft außer Acht lassen, ich würde sie direkt abmelden.
Einen Versuch, auf den ich es jetzt erst einmal ankommen lassen will, ist eine Reduzierung der Betreuungsstunden. Finanziell wird uns das nebenbei bemerkt gar nichts bringen. Derzeit hole ich sie erst nachmittags nach dem Snack ab, wenn der Kleine Ajan seinen Mittagsschlaf gemacht hat. Selbst wenn ich sie schon Mittags abholen würde, müssten wir immer noch den Höchstbetrag zahlen. Die emotionale Situation mal gedanklich beiseite geschoben: finanziell ist das schon irgendwie ein bisschen gemein. Und dann ist da auch noch die Hin- und Rückfahrt. Insgesamt kommen da pro Tag mit An- und Ausziehen und der reinen Fahrzeit zusammengerechnet über eine Stunde heraus. Würde ich sie also jeden Tag nach dem Mittagessen abholen, wäre alles stressiger, als wenn sie gleich zuhause bleiben würde. Auf jeden Fall habe ich mir jetzt vorgenommen, sie zumindest an 2 Tage in der Woche schon vor dem Mittagsschlaf abzuholen. Ja, dafür muss ich definitiv meine Prioritäten anders setzen. Da ist definitiv noch viel Spiel, denn ich gestehe, Zeitmanagement ist nicht meine große Stärke. Ein wöchentlicher Haushaltsplan wäre z.B. ein Anfang.
Außerdem werden wir noch einmal das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen. Kommende Woche Donnerstag haben wir bereits einen Termin. Mal sehen, wie sich die Geschichte dann entwickeln wird. Gescheitert ist sie für mich zwar schon, aber ich habe ich die Hoffnung auf ein Happy End - wie immer das auch aussehen mag - trotz allem noch nicht aufgegeben.

Liebe Grüße,



Nachtrag: Mittlerweile hat auch der Papa Pelz aufgeschrieben, was er darüber fühlt und denkt.
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Montag, 25. Mai 2015

Unser Wochenende in Bildern - Mai '15, KW 21

Schon wieder liegt ein Wochenende hinter uns. Eigentlich ist es ja genau genommen noch gar nicht zu Ende, denn heute ist Pfingstmontag. Aber da der Text für den Samstag etwas ausführlicher wird, würde das hier den Rahmen sprengen. ;-) Das Wochenende war bisher einfach so herausragend schön und entspannt und dabei trotz allem völlig unspektakulär, dass ich euch das unbedingt alles erzählen muss.

Super Samstag


Unser Morgen begann nach einer passablen Nacht zu einer gemäßigten Uhrzeit und mit unserem ganz normalen Frühstück: Müsli für alle, Wasser bzw. Milch für die Kinder und Kaffee für Mama und Papa. Obwohl eigentlich bereits ab dem Vormittag trockenes Wetter angesagt war, fing es, als wir uns gerade angezogen hatten und im Garten waren, fünf Minuten später an, ganz ungemütlich zu nieseln. Also wieder alles retour. Wir begnügten uns mit Bücherlesen, Lego spielen, Malen und Vorlesen und was soll ich sagen: ich kam sogar im Beisein der Kids dazu, zwischendurch noch eine wichtige Mail fertig zu schreiben und abzuschicken. Währenddessen wurde ich vom Fleischbärchen mit erfrischendem, imaginären Wasser, dampfendem, imaginären Tee und leckerem, imaginären Schokoeis verköstigt.



Bis zum Mittagessen hielt das Schietwetter draußen an. Mein Mann bekochte uns mit Spätzle und Zucchini-Schinken-Sahnesoße. Es schmeckte allen hervorragend und es blieb nullkommanix übrig. Das Fleischbärchen aß sogar einige Stückchen gebratene Zucchini, was nicht gerade in Begeisterungsstürme ausartete, aber immerhin probierte sie es überhaupt und verweigerte sich nicht von vornherein. Schon wieder überraschte mich unser kleines großes Kind. Und vielleicht merkt ihr jetzt schon, dass bisher noch praktisch gar nicht, die Rede vom Kleinen Ajan war. Ich fasse es zusammen: auch, wenn er gerade verhältnismäßig launisch drauf ist (Zähne, Krabbeln lernen, Hochziehen etc...), der Lütte "läuft" so nebenher ;-)



Das Ins-Bett-Bringen zum Mittagsschlaf lief bei beiden Kindern zwar nicht gerade topp, war aber auch kein Flopp. Allerdings fiel das Nickerchen verhältnismäßig kurz aus, was besonders bei der Großen zu sehr schlechter Laune für den Rest des Tages führen kann. Doch als sie wieder wach war und wir zusammen Kekse aßen, wurden zwar wieder die Grenzen der Brösel- und Kleckerei-Erträglichkeitshemmschwelle bei Mama und Papa ausgetestet, aber ansonsten: super drauf, das Kind! Und die Sonne hatte wohl mitbekommen, dass wir am Mittag alle unsere Teller brav leer gegessen hatten und lachte bei angenehmen Frühlingstemperaturen vom Himmel. Nichts wie raus.

Fleischbärchen wurde mit sandkastentauglichen Klamotten ausgestattet und erst mal in den Garten geschickt, während wir "Großen" noch unseren Kaffee austranken und der Lütte noch einmal eine frische Windel bekam.

Doch dann der große Schreck nach einem Blick auf die Terrasse: Wo war das Fleischbärchen? Ich schaute durch jedes Fenster in Richtung Garten. Keine Spur. Dann sah ich, dass das eine Gartentor einen Spalt offen stand und das Laufrad nicht mehr auf der Terrasse stand. Verdammt! Das Tor hatte ich definitiv zugemacht. ("Oder doch nicht?!") Mein Mann ging raus und schaute vor dem Haus nach und hielt auf unserer, zum Glück nicht all zu sehr befahrenen, Zufahrtsstraße nach ihr Ausschau. Nichts.
Und dann hörte ich irgendwas an der Hauswand klappern. Währenddessen kam mein Mann auch schon wieder erstaunlich gelassen von draußen rein. Unsere Maus war gar nicht weggelaufen. Sie hatte lediglich genau in dem einzigen toten Winkel gestanden, der von den Fenstern her nicht einsehbar ist, weil er sich direkt unter der Fensterbank befindet. Durch die noch übersichtliche Bauhöhe unseres Sprosses im Nachhinein völlig logisch. Ich konnte mein Herz endlich wieder aus meiner Hosentasche holen und setzte es noch leicht zerknittert wieder an den richtigen Fleck zurück. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, das Altglas musste weggebracht und der Wochenendeinkauf erledigt werden und dann wollte das Fleischbärchen... "Hach, *seufz*, mein süßes, unschuldiges Fleischbärchen. Ich hab dich sooo lieb!"

Auf dem Weg zum Spielplatz dann das nächste Highlight. Das Fleischbärchen, dass sonst ungelogen alle 10 Meter mit dem Laufrad anhält und in der Gegend herumguckt und träumt, fuhr mit nur einem einzigen Halt, bei dem ich auf sie warten musste und nicht umgekehrt, innerhalb von 5 Minuten zum Spielplatz. Normalerweise brauchen wir für diese Strecke 20 Minuten bis eine halbe Stunde! Ich setzte meinen Mann und meine Tochter dort ab und ging mit dem Kleinen Ajan im Kinderwagen weiter Richtung Supermarkt. 

Nach etwa einer Stunde holte ich die beiden wieder am Spielplatz ab. Zuhause übernahm mein Mann dann die Löwenfütterung des Kleinen Ajan und ich ging mit dem Fleischbärchen in den Garten um dort noch ob der lärmfreien Feiertage schnell den Rasen zu mähen. (Und bevor ihr jetzt fragt, ja diese "Rollenaufteilung" ist bei uns der Normalzustand. ;-)) Zwar gab es ein wenig Quengelei, weil ich die Große nicht zum Rasenmähen in den Vorgarten mitnehmen wollte, und stattdessen vermeintlich hinter dem Gartentor einschloss, doch der Konflikt löste sich auf unerwartete Art und Weise so auf, als dass das Fleischbärchen plötzlich neben mir stand.
"Schaaa-haaatz, ich glaub, wir brauchen ein Vorhängeschloss!"

Das Abendbrot verlief so harmonisch wie seit Monaten nicht mehr. Es war fast schon eklig. Der Kleine Ajan hatte nahezu seine komplette 330g-Portion Brei aufgegegessen, und die Große sagte wirklich jedes Mal zum richtigen Zeitpunkt und überhaupt nicht überspitzt, wohl aber schon mit (gerechtfertigtem) Stolz "Bitteschön!", "Danke sehr.", "Danke, nein.", "Ich möchte bitte..." usw und sofort. 

Selbst das Ins-Bett-Bringen verlief ohne Geschrei und nur mit ein wenig Gemaule. So hatten mein Mann und ich auch noch einen geruhsamen (Blogger)Abend ;-)


Sonniger Sonntag

Als ich heute morgen durch einen heftigen Hustenanfall aufwachte (ja, ich bin mal wieder krank :-/), schien bereits die Sonne. Ich schaute auf mein Handy: Halb 10! WIE BITTE?
Da ich mir bereits am Vorabend die Lunge aus dem Leib hustete, durfte ich die Nacht im 2. Kinderzimmer im Gästebett verbringen. Mein Mann hatte mich einfach schlafen gelassen und sich alleine um die Kinder gekümmert. Als ich unten zum Frühstück auftaucht, schlummerte der Kleine Ajan schon wieder zum üblichen Vormittagsschläfchen in seinem Bett. 


Das Fleischbärchen begrüßte mich freudig und so frühstückten wir noch warme Brötchen, die mein Mann schon vorbereitet hatte und es war wieder ein sehr harmonischer Tagesbeginn. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich verliebt bin? ;-)


Nach dem Frühstück wollte das Fleischbärchen unbedingt, dass ich eine Weihnachtsgeschichte vorlese. Ups, da hatte ich wohl vergessen dieses Büchlein aus dem Kinderbücherregal zu sortieren. ;-)



Danach war dann aber endlich Gartenzeit angesagt. Bei diesem genialen Wetter ja wirklich ein Muss! Während mein Mann wieder den gerade aufgewachten Kleinen Ajan betüddelte, spielte ich mit dem Fleischbärchen Fußball und wurde beim Blumen gießen tatkräftig unterstützt.



Welch ein Spaß, als ich ein paar Rhabarberstangen aus dem Gemüsegarten erntete! Die riesigen Blätter waren für unsere kleine Tochter so groß wie Schirme.


Als die das Fleischbärchen einen Mittagssnack intus hatte und zum Mittagsschlaf im Bett lag, heizte mein Mann den Grill an und ich bereitete einen Salat und leckere, in Olivenöl geröstete Brötchenscheiben vor. Pünktlich zum Essen waren beide Kinder wieder wach. Es wurde geschlemmt! :-)



Zum Nachtisch, den es eigentlich zu viel zu später Stunde gab - was soll's, ist ja nicht jeden Tag Pfingsten/langes Wochenende/ schönes Wetter/ (fügen Sie hier einen beliebigen Grund ein ;-)) - gönnten wir uns ein Eis in unserer nahegelegenen Eisdiele. Das Abendbrot für meinen Mann, Fleischbärchen und mich fiel demnach aus. Nur der Kleine Ajan aß gierig seinen Abendbrei. Ist ja auch gemein, wenn man dauernd was vorgegessen bekommt ;-)


Das Ins-Bett-bringen verlief wieder erstaunlich friedlich. Beide Kinder waren von der frischen Luft und dem vielen Spielen vermutlich gut genug ausgepowert ;-) Der Kleine Ajan schlief jedenfalls bei seiner Abendflasche ein, und ich konnte mich gemütlich ans Bloggen dieses wunderschönen Wochenendes machen.


Ich wünsche euch einen schönen, geruhsamen Pfingstmontag und eine tolle Woche.


Liebe Grüße,

PS: Weitere WiBs findet ihr im Blog "Geborgen Wachsen" von Susanne Mierau.
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